Neubau gestrichen - Container bleiben zehn Jahre

Die Integrative Grundschule Grumbrechtstraße ist bei Eltern und Schülern sehr beliebt, wie ständig hohe Anmeldezahlen zeigen. Schulleiter Rainer Kühlke ist von der „Sechsjährigen Grundschule“ überzeugt. Foto: sl

Integrative Grundschule Grumbrechtstraße: Schulbehörde gefährdet den Schulversuch „Sechsjährige Grundschule“

Die Schule Grumbrechtstraße in Heimfeld ist anders als andere Grundschulen. Hier werden Kinder von der Vorschule nicht nur bis zur Klasse 4, sondern bis zur Klasse 6 unterrichtet: jahrgangsübergreifend und integrativ. Jetzt scheint die Zukunft dieses Schulversuchs gefährdet. Die dringend benötigten und im Sommer bereits abgesprochenen zusätzlichen Räume gibts doch nicht. „Wir haben das Gefühl, dass vom Hamburger Senat die Unterstützung ausbleibt und der Schulversuch durch die kalte Küche torpediert wird“, empört sich Elternrat Hauke Paul.
Hintergrund: An vier Hamburger Schulen wurde ein auf zehn Jahre angelegter Schulversuch zum längeren gemeinsamen Lernen genehmigt. Die Schule Grumbrechtstraße ist eine davon. „Wir brauchen die sechsjährige Grundschule dringend, denn bei uns kommen viele Kinder ohne jegliche Kenntnisse an“, erklärt Schulleiter Rainer Kühlke. Zusätzlich soll die Schule Grumbrechtstraße zum Schuljahr 2012/13 zur Ganztagsschule ausgebaut werden.
Für beide Vorhaben werden zusätzliche Räume benötigt: rund 4.000 Quadratmeter Fläche. Dies hatten bei einem Ortstermin vor den Sommerferien Vertreter von Schulbehörde, GWG, Denkmalschutzamt und der Harburger Baudezernent festgestellt. Ihr Plan: ein Neubau auf dem Schulsportplatz. Hauke Paul bestätigt: „Es wurden der Schule Zusagen für zusätzliche Klassen- und Fachräume sowie eine weitere Turnhalle gemacht.“
Doch davon ist im aktuellen Schulentwicklungsplan nichts mehr übrig geblieben. Statt in einem Neubau sollen Kinder in den auf dem Schulgelände aufgestellten Containern unterrichtet werden - zehn Jahre lang, für die gesamte Zeit des Schulversuchs. „Aber die Container stehen ja nicht leer, da sind ja auch jetzt schon Klassen drin“, wundert sich Schulleiter Kühlke.
Die Befürchtung: Künftig können aus Platzmangel immer weniger Schüler aufgenommen werden. GAL-Schulexpertin Stefanie von Berg vermutet, dass „der Schulversuch zum längeren gemeinsamen Lernen bewusst zum Ausbluten gebracht wird. Schulsenator Rabe, der seit Monaten das Schulgesetz verletzt, indem er die Schulversuche nicht begleitend auswerten lässt, demonstriert damit einmal mehr, dass er keinerlei Interesse an Schulentwicklung hat – noch nicht einmal an freiwilliger.“
Die Schulbehörde hat auf mehrfache Wochenblatt-Anfragen nicht reagiert.
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1 Kommentar
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Peter Neumann aus Harburg | 11.11.2011 | 12:54  
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