Nasse Füße in Sinstorf

Ortstermin mit Anwohnern und Kommunalpolitikern. Foto: mag

Anwohner am Oberlauf der Engelbek klagen über
zunehmende Vernässung ihrer Grundstücke – Ursache unklar

Von Andreas Göhring.
Überall Pfützen und Matsch. Wo mal Wege waren, muss man schon genau hinsehen, wenn man keine nassen Füße bekommen will. Selbst in einige Keller ist das Wasser schon eingedrungen. Land unter am Oberlauf der Engelbek? Nicht ganz, aber die Lage spitzt sich spürbar zu: Die Anwohner des Bachs, der weiter unten in den Außenmühlenteich mündet, klagen über eine zunehmende „Vernässung“.
Inzwischen hat sich sogar eine „Interessengemeinschaft Sinstorfer und Langenbeker Wiesen“ gegründet und Dora Oetgen gebeten, den Vorsitz zu übernehmen. „Ich habe schon im April im Regionalausschuss Harburg um Auskünfte gebeten“, sagt die Sinstorferin. Sie wollte unter anderem wissen, welche Gewässerpflegemaßnahmen regelmäßig unternommen werden, damit das Wasser der Engelbek ohne Rückstau in die Außenmühle fließen kann.

Ist die Renaturierung
das Problem?

Ja, und sie hat auch gefragt, ob die „umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen“ bei der Berechnung der Wassermengen berücksichtigt worden sind. Es war nur eine Frage, dahinter steckt aber der Verdacht, dass das Projekt „Lebendige Engelbek – Lernen im Fluss“ einiges durcheinander gebracht hat.
Seit Jahren versuchen Schüler des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums auf Initiative des Naturschutzbunds Deutschland und des Bezirksamts, der Engelbek, die einst begradigt wurde, wieder ein natürliches Flussbett zu geben. Und genau diese neuen Strömungshindernisse sollen für einen erhöhten Wasserstand sorgen. Das hat Projektkoordinator Timm Ruben Geissler inzwischen bestritten: „Die Strömungslenker sind so dimensioniert, dass sie bei hohem Wasserstand überspült werden.“
Bei einem Ortstermin mit Anwohner und einigen Kommunalpolitikern machte Anwohner Jürgen Lüken, der ein Ingenieurbüro für Geotechnik betreibt, noch auf andere mögliche Ursachen aufmerksam. So sei zum Beispiel das Rückhaltebecken total verschlammt, das müsste mal richtig ausgebaggert werden.
Das Bezirksamt hat sich bisher nicht geäußert, nach der parlamentarischen Sommerpause soll die Probleme aber mit den Anwohnern besprochen werden. Zur Not will die Interessengemeinschaft aber auch juristische Schritte unternehmen.
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