Nartenstraße wieder freigegeben!

Schichtwechsel in der Nartenstraße: Über 50 Mitarbeiter von mehreren Spezialfirmen waren tagelang mit der Entfernung des geschmolzenen Gummi-Kautschuk-Gemischs beschäftigt. Foto: sd

Straßenreinigungsarbeiten nach Großbrand beendet - Ursache des Brandes noch unklar - Binnenhafenschleuse wieder geöffnet

Elf Tage nach dem Großbrand im Harburger Binnenhafen kann die Nartenstraße offiziell wieder befahren werden. Das Bezirksamt hat die Sperrung aufgehoben.
Durch das Feuer in der Lagerhalle war die Fahrbahn mit einem klebrigen Gemisch aus Kautschuk, Heizöl und Löschschaum verschmutzt worden. Über 50 Mitarbeiter von Spezialfirmen mühten sich ab, um die Pampe von der Straße zu bekommen. Glück für den Bezirk: Der Straßenbelag muss deswegen nicht ausgetauscht werden, die Griffigkeit der Oberfläche ist in Ordnung. „Das hat ein Baustofflabor festgestellt“, bestätigte Bezirksamtssprecherin Petra Schulz.
Kleinere Schäden an der Straße und an Gehwegen, die bei den Löscharbeiten entstanden waren, werden derzeit beseitigt. In welchem Maß allerdings Regensiele und Kabelschächte voll mit dem klebrigen Gemisch sind, ist noch unklar. Falls ein Abpumpen nicht möglich sein sollte, müsste die ganze Straße doch aufgebuddelt werden. Petra Schulz: „Danach sieht es aber nicht aus.“
Auch das Wasser im Binnenhafen ist, obwohl es teilweise einer ekligen milchigen Brühe gleicht, nur gering belastet. Das hat das Institut für Hygiene und Umwelt in mehreren Tests festgestellt. Trotzdem gilt die Empfehlung: Nicht mit dem Wasser in Kontakt kommen!
Das am stärksten belastete Wasser aus dem Schiffsgraben wird in das Schmutzwassersiel gepumpt und dann ins Klärwerk Dradenau/Köhlbrandhöft geleitet. Das geringer belastete Wasser im Binnenhafen wird mit Hilfe des Schöpfwerks sowie - bei ablaufendem Wasser - durch die wieder geöffnete Hafenschleuse in die Süderelbe geleitet. Die eingeleitete Brühe wird so schnell verdünnt, dass Schadstoffe nicht mehr nachgewiesen werden können. Den nahe gelegenen Naturschutzgebieten Schweenssand und Heuckenlock droht keine Gefahr.
Das Absammeln der Kautschuk-Placken aus dem Schiffsgraben soll voraussichtlich noch zwei Tage dauern. Ehe die Böschungen gereinigt sind, wird allerdings noch deutlich mehr Zeit vergehen.

Die Firma Cotterell hatte in der abgebrannten Lagerhalle offenbar zumindest Rohkautschuk, Latexmilch und Heizöl gelagert. Die aus dem Jahr 1967 stammende Genehmigung erlaubt nur die Lagerung von Getränken, Kurzwaren und Drogerieartikeln. Ob diese Genehmigung später von Strom- und Hafenbau oder von der Umweltbehörde geändert wurde, ist noch unklar.
Warum hat die Verwaltung nie kontrolliert, was dort gelagert wurde? „Es gibt dazu keine Verpflichtung. Wir kontrollieren nur anlassbezogen“, erklärte Bezirksamtssprecherin Petra Schulz.
Wer muss für die Kosten, die bereits im siebenstelligen Bereich liegen, aufkommen? Das ist ungewiss, mit Pech die Hamburger Steuerzahler. Petra Schulz: „Noch liegt uns nicht einmal der Brandermittlungsbericht vor.“
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