Müssen alle Bäume weg?

Politikerausflug auf das Kasernengelände in Fischbek. (Foto: sl)

Röttiger-Kaserne: Stadt will für Kampfmittelsondierung alle 2.100 Bäume fällen – auch da, wo nicht gebaut wird

Monatelang hat der CDU-Kreisvorsitzende Ralf-Dieter Fischer nach dem richtigen Zeitpunkt gesucht, ein Bürgerbegehren über die Zukunft der Röttiger-Kaserne in Fischbek zu starten. Jetzt wollte er endlich loslegen, doch nun hat ihm das Bezirksamt mitgeteilt: Das Bürgerbegehren ist nicht zulässig. Begründung: Die Senatskommission für Stadtentwicklung hat über alle strittigen Punkte entschieden, deshalb hat der Bezirk gar keine abschließende Entscheidung mehr zu treffen.
Fischer ist sich mit den Grünen, der FDP und einigen Sportvereinen, die das Bürgerbegehren unterstützen, einig: „Wir werden die Nichtzulässigkeit anfechten. Erst durch einen Widerspruch, wenn dem nicht stattgegeben wird, gehen wir vor das Verwaltungsgericht.“ Das kann dauern.
Mit dem Bürgerbegehren sollten Unterschriften gegen die Bebauung des alten Kasernengeländes mit knapp 800 statt ursprünglich 440 Wohneinheiten, gegen den Verzicht auf die vorhandene Sportanlage und gegen das geplante Fällen von bis zu 2.100 Bäumen gesammelt werden.
Vor allem der mögliche Kahlschlag auf dem Neubaugebiet, das direkt an das Naturschutzgebiet Fischbeker Heide grenzt, hatte in den letzten Tagen für heftige Diskussionen gesorgt. Bei einem Rundgang durch das Kasernengelände an der B73 wollten sich die Mitglieder der Ausschüsse für Stadtplanung und Umwelt sowie auch des Regionalausschusses Süderelbe an Ort und Stelle informieren. Die entscheidende Frage: Müssen wirklich alle 2.100 Bäume gefällt werden, um jeden Quadratzentimeter des mehr als 50 Hektar großen Areals auf Blindgänger und Munitionsreste zu untersuchen? „Als Eigentümer des Grundstück bestehen wir darauf, eine vollständige Räumung aller Kampfmittel zu garantieren“, sagte Helga Nikodem von der Finanzbehörde.
Karl-Heinz Alpheus vom Harburger Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung sieht das anders: „Es reicht, wenn wir die Bauflächen auf Kampfmittel untersuchen. Die Grünflächen dazwischen müssen nicht angetastet werden.“
Im Harburger Stadtpark an der Außenmühle und im Schwarzenbergpark sei schließlich auch nicht nach Blindgängern gesucht worden.
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