Mordversuch am Schloßmühlendamm

Spuren einer Flucht. Blutüberströmt hatte Joseph M. vers ucht, den Tätern zu entkommen. Foto: Zand-Vakili

41-Jähriger aus dem Auto gezerrt und niedergestochen - Polizei nimmt drei der fünf Täter fest

Szenen wie aus einem Krimi spielten sich am Freitagabend gegen 18 Uhr am Schloßmühlendamm ab. Ein schwarzer Audi, in dem drei Männer sitzen, wird an einer Ampel plötzlich ausgebremst. Aus dem anderen Wagen springen fünf Männer heraus. Sie reißen die Tür des Audis auf und zerren den 41-jährigen Schwarzafrikaner Joseph M. aus dem Auto.
Einer der Angreifer zückt ein Messer und beginnt, auf Joseph M. einzustechen. Die anderen prügeln mit Fäusten und mit einer Krücke auf ihn ein. Aus tiefen Wunden blutend, versucht Joseph M. den Angreifern zu entkommen. Aber sie verfolgen ihn gnadenlos, bis er lebensgefährlich verletzt zusammenbricht.
Die von Passanten sofort herbeigerufene Polizei kann drei der mutmaßlich fünf Täter verhaften. Jeton H. (18), Sedat H. (23) und Mirsad H. (26) sollen miteinander verwandt sein. Laut Polizei stammen alle drei aus dem ehemaligen Jugoslawien. Nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung musste die Polizei das Trio allerdings wieder laufen lassen. „Weil keine Haftgründe vorliegen“, sagt Polizeisprecherin Sandra Lewgrün. „Alle haben einen festen Wohnsitz, und auch wenn sie möglicherweise moralisch an der Tat beteiligt waren, das Messer haben sie nicht geführt.“
Nach dem Messerstecher und einem weiteren Täter fahndet die Polizei mit Hochdruck. Viele Passanten hattem den Angriff mit ihren Handys gefilmt und die Aufnahmen später der Polizei zur Verfügung gestellt. Trotzdem sucht die Mordkommission noch Zeugen. Wer Hinweise geben kann, sollte sich bei der Polizei unter Telefon 42865-6789 melden.
Joseph M. musste noch am gleichen Abend notoperiert werden, ist inzwischen aber außer Lebensgefahr. Angeblich soll es sich um einen Racheakt wegen Geldschulden gehandelt haben. „Das ist aber bisher nur einer der möglichen Gründe“, so Sandra Lewgrün. „Genaues wissen wir noch nicht.“
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