Möchte niemand mehr Skat spielen?

So ein Blatt wünscht sich jeder Skat-Spieler. Foto: trine zimmermann

Skatfreunde Harburg feiern 30-jähriges
Bestehen und suchen weitere Mitspieler

Von Andreas Tsilis.
18, 20, 2, 3, 4 – ja“ – für Nichteingeweihte klingen diese Zahlen-Wortkombinationen etwas seltsam. Nicht aber für die Harburger Skatfreunde. Die Mitglieder von Harburgs einzigem Skatverein gehen beim Reizen so richtig auf. „Jedes Spiel ist anders“, sagt Reinhard Heinsohn (45) und passt. Trotz eines guten Blattes gibt der Vereinsvorsitzende diese Partie aus der Hand. Mit vermeintlich schlechteren Karten zu gewinnen, mache einen Reiz des Spiels aus, bemerkt Heinsohn.
Unterm Strich stehen er und seine 45 Mitspieler, zu denen auch neun Damen gehören, dennoch gut da. Harburgs Skatfreunde stellen viele (ehemalige) Hamburger Meister und sogar zwei Deutsche Meister. 2012 wurde der Verein Meister in der Zweiten Bundesliga.
Dieses Jahr feiert man nun das 30-jährige Jubiläum. Mit von der Partie ist Jakob Kasters, der schon 70 Jahre den Karten frönt. Wie die meisten, lernte er das Spiel von seinem Vater, und der von seinem Großvater.
Skat als Teil der Familientradition erlebte auch Uschi Wiegels. Als junges Mädchen wurde sie 1954 in die Kunst des Kartenspiels eingeweiht. „Damals wurde noch um Zehntelpfennige gezockt“, erinnert sie sich. „Manchmal wurde ich frühmorgens geweckt, um den dritten Mann zu machen.“ Wiegels lacht - es sind Anekdoten aus einer versunkenen Zeit.
Heutzutage wachsen Kinder und Jugendliche mit Computerspielen auf. Dazu braucht man auch nicht vor die Tür zu gehen.
„Nachwuchs zu finden, ist wirklich schwer“, bedauert Heinsohn. Dabei bieten die Harburger Skatfreunde mehr als bloßes Kartendreschen. Der Verein hat soziale Projekte bei DRK und Harburger Tafel unterstützt. Die erste von insgesamt drei Mannschaften tritt zudem bei Ligaspielen in Norddeutschland an. Heinsohn: „Da kribbelt es manchem schon Wochen vorher in den Fingern.“
Absolut tabu sind derbe Sprüche, wenn jemand im Spiel einen Fehler macht. „Das geht vielleicht in der Kneipe, aber nicht bei uns“, sagt Heinsohn, mischt und verteilt auf ein Neues.

Skat
Skat ist ein Kartenspiel für drei (spielende) Personen. Aktiv spielt ein Alleinspieler gegen beide Mitspieler. Nach dem Ausgeben der Karten wird durch das sogenannte Reizen bestimmt, welcher Spieler zum Alleinspieler wird. Sobald das Spiel beendet ist, wird anhand der Kartenwerte ausgezählt, ob der Alleinspieler (61 Punkte) oder die Gegenpartei gewonnen hat. Die Punkte werden notiert, und man geht zum nächsten Spiel über.
Wer Interesse hat, bei den Harburger Skatfreunden mitzumachen: jeden Freitag wird von 18.30 bis 22.30 Uhr im Vereinshaus Rot-Gelb, Ehestorfer Weg 79, gespielt.
Weitere Infos gibt es bei Reinhard Heinsohn unter
Tel 31 70 47 96.
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