Mit ihrer Hilfe fällt der Start nicht ganz so schwer

Alice Wysinski (li.) und Anastassiya Ponomarenko kümmern sich um Menschen aus allen Teilen der Welt. Foto: sl

Alice Wysinski und Anastassiya Ponomarenko arbeiten bei der
DRK Migrationsberatung in der Maretstraße 26

SABINE LANGNER, HARBURG
Wie funktioniert in Deutschland eine Krankenversicherung? Wo ist eine passende Schule für die Kinder? Wo kann ich die Sprache lernen? Das Gehalt reicht nicht zum Leben – wo gibt es Hilfe? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich Alice Wysinski seit 1989. Die gebürtige Polin hilft Menschen aus anderen Ländern, sich hier in Deutschland zurecht zu finden. Finanziert wird diese Arbeit vom Deutschen Roten Kreuz in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium. „Die Menschen kommen aus allen Teilen der Welt“, erklärt Alice Wysinski. „In Hamburg gibt es eine ganze Reihe solcher Anlaufstellen für Migranten von verschiedenen Trägern. Daher haben wir uns ein bisschen nach Sprachen aufgeteilt. Ich spreche polnisch und russisch und dementsprechend kommen die meisten Menschen aus diesem Sprachraum zu uns.“

380 Menschen haben allein in diesem Jahr die kostenlose Hilfe von Alice Wysinski in Anspruch genommen. Eine normale Zahl, weiß die gelernte Sozialarbeiterin. „Die Wirtschaftskrise bringt Menschen aus Spanien, aus Portugal, aus Polen und den estnischen Staaten nach Hamburg. Sie hoffen hier, einen Job zu finden und ihren Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen.“ Normalerweise sind die Betreuungen auf maximal drei Jahre ausgelegt. In dieser Zeit sollten die Zuwanderer sprachlich und sozial so weit integriert sein, dass sie ihre Fragen auch allein lösen können.

Mitte Juni ist Alice Wysinski mit ihrer Beratungsstelle in neue Büroräume in der Maretstraße gezogen. Die teilt sie sich mit Anastassiya Ponomarenko. Die 31-jährige Sportwissenschaftlerin kümmert sich für das DRK um Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren, die ganz frisch nach Harburg gekommen sind. Geboren in Kasachstan weiß Anastassiya Ponomarenko genau, wie es ist, fremd in einem Land zu sein. Die Migranten-Kinder kommen zur Vorbereitung auf den regulären Schulunterricht erst mal für ein Jahr in so genannte Vorbereitungsklassen. Hier sammelt die Mutter einer kleinen Tochter die Kinder ein und bietet ihnen gemeinsame Aktivitäten an. Sie basteln und spielen, sie besuchen regelmäßig Senioren in DRK-Altenwohnanlagen, aber sie gehen auch gemeinsam schwimmen oder ins Kino. „Ich betreue im Moment Kinder aus 25 Ländern“, strahlt sie. „Die Verständigung geht mit Händen und Füßen, aber sie geht.“

Mehr Infos unter Migrationsberatungsstelle des DRK, Maretstraße 26,
Telefon 65 91 51 25
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