Mit dem Brücken-Bau klappt’s einfach nicht

Autos können die neue Rethe-Brücke nutzen, wann sie auch für Züge freigegeben wird, ist noch unklar. Foto: HPA/Andreas Schmidt-Wiethoff

Rethe-Brücke: Noch immer können Züge das inzwischen
180 Millionen Euro teure Bauwerk nicht nutzen

Von Andreas Göhring.
Klappt denn mit den Brücken im Hamburger Süden gar nichts mehr? Erst das Desaster mit der Drehbrücke im Harburger Binnenhafen, die mit jahrelanger Verspätung fertig wurde und bei sommerlichen Temperaturen immer wieder den Dienst quittiert. Und jetzt die Rethe-Brücke, die zwar als Europas größte Klappbrücke gefeiert wird, die bisher aber nur teilweise funktioniert. Für den Straßenverkehr ist sie frei gegeben, Züge können die Brücke bisher nicht nutzen.
Ob das ein Konstruktionsfehler ist oder ob es sich nur um normale Anlaufschwierigkeiten handelt, ist nicht ganz klar.

Noch kein Termin für
komplette Freigabe

Im Sommer ist die Rethe-Brücke als Straße freigegeben worden. Rund 7.000 Fahrzeuge passieren sie nun täglich – vor allem Lastzüge. Sie ist eine wichtige Verbindung zwischen A1 und A7 und damit auch eine leistungsfähige Alternativroute zur störanfälligen Köhlbrandbrücke.
Doch es fehlt noch was! Die alte Rethe-Hubbrücke, Baujahr 1934, war wie die neue Klappbrücke eine Brücke, über die nicht nur der Straßenverkehr sondern auch ganze Eisenbahnzüge fahren konnten. Allerdings musste bei der alten Brücke jedes Mal die Straße gesperrt werden, wenn ein Zug die Brücke nutzen wollte. „Und das geschah bis zu 40 Mal täglich“, sagt ein Sprecher der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA).
Die neue Brücke über die Rethe, eine Wasserverbindung zwischen Köhlbrand und Reiherstieg, muss nicht mehr gesperrt werden, sie könnte den Verkehr also wesentlich flüssiger halten. Doch das mit den Zügen klappt noch nicht: An der Verbindung zwischen Brücke und Festland senkt sich die Schiene, sobald auch nur ein Güterwaggon darüber rollt. Was soll erst passieren, wenn wie geplant vollbeladene Erzzüge diese Route nehmen?
HPA und die Brückenbauer arbeiten an dem Problem. Es muss ein größeres sein, denn HPA kann noch keinen Termin für die komplette Freigabe der inzwischen rund 180 Millionen Euro teuren Brücke nennen. Ursprünglich sollte sie nur die Hälfte kosten.
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