Missbrauch im Kinderheim

„Wir werden jedem Hinweis konsequent nachgehen“, verspricht Ulrike Murmann, Pröpstin im Kirchenkreis Hamburg-Ost. Foto: Oliver Fantitsch/KK HH-Ost

Margaretenhort: Zwei ehemalige Bewohnerinnen
erheben schwere Vorwürfe

Im kirchlichen Kinderheim Margaretenhort in der Haakestraße sollen Anfang der 1980er-Jahre Mädchen und Jungen sexuell missbraucht worden sein. Der Kirchenkreis Hamburg-Ost bittet Betroffene, sich zu melden. Das Landeskriminalamt (LKA 42) hat bereits Ermittlungen aufgenommen und ein Verfahren eingeleitet.
Im Kinderheim Margaretenhort, einer geschlossenen Einrichtung, lebten anfangs Waisen und Kinder von Flussschiffern, die sich nicht um ihren Nachwuchs kümmern konnten. „Später kamen Kinder aus zerrütteten Familien sowie auffällige Kinder hinzu“, erklärt Remmer Koch, Sprecher des Kirchenkreises Hamburg-Ost. Insgesamt wohnten rund 70 Kinder im Margaretenhort. Seit Mitte der 80er-Jahre wurden die Kinder und Jugendlichen dann in verschiedenen Jugendwohnungen untergebracht.
Im Mai hatten sich zwei ehemalige Bewohnerinnen bei einer Vertrauensperson gemeldet und schwere Vorwürfe erhoben. Anfang der 80er-Jahre sollen ältere Jugendliche Mädchen und Jungen über längere Zeit miss-braucht haben. Heimleitung und Mitarbeiter hätten auf Hilferufe der Opfer nicht reagiert. „Die Aussagen sind glaubwürdig“, bestätigt Kirchenkreis-Sprecher Koch.
Die Aufklärung der Vorfälle ist schwer. Sämtliche Akten aus der damaligen Zeit sind längst vernichtet. „Wir bitten und ermutigen alle Betroffenen, sich an uns zu wenden, um eine Aufarbeitung zu ermöglichen“, sagt Pröpstin Ulrike Murmann, im Kirchenkreis Hamburg-Ost zuständig für Prävention und Intervention.
Die Polizei hat die strafrechtliche Aufarbeitung bereits begonnen. Ob mögliche Straftaten verjährt sind, ist ungewiss. Bei Sexualdelikten reichen die Fristen von drei bis zu 30 Jahren.

Kontakt aufnehmen
Die Missbrauchs-Vorwürfe können nur aufgeklärt und aufgearbeitet werden, wenn sich Betroffene melden.
Dafür gibt es mehrere Wege:
- Hotline der Fachstelle Prävention (ev. Kirche): Tel 0176 / 87 11 76 34 oder E-Mail an fachstelle.praevention@
kirche-hamburg-ost.de

Kirchlich unabhängige
Ansprechpartnerin:
Rechtsanwältin Gisela Frederking, Tel 040/ 68 919 815 oder per E-Mail an
info@fresam.de

Bei der Polizei:
LKA 42, Tel 428 67-42 10
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