Metalldiebe im Binnenhafen

Werner Gottwald hat dafür gesorgt, dass die Drehscheibe nicht ganz abgebaut wird. Foto: cb

Hand-Drehscheibe zwischen Schellerdamm und
Östlichem Bahnhofskanal sollte geklaut werden

Bernhard Bruno. HARBURG.
Für 100 Kilo Eisenschrott gibt es beim Altmetall-Händler zurzeit gerade einmal 20 Euro. Trotzdem haben Unbekannte im Harburger Binnenhafen nicht einmal vor einem historischen Industriedenkmal Halt gemacht. Mit Schneidbrenner und Trennschleifer machten sie sich an einer alten Hand-Drehscheibe am Rand des Schellerdamms zu schaffen. Eine rund 50 Kilo schwere Abdeckplatte haben sie schon gestohlen.
Sie hätten einen der letzten Res-te des alten Harburger Güterbahnhofs zwischen Schellerdamm und Östlichem Bahnhofskanal wohl Stück für Stück weiter abgetragen, wenn nicht zufällig Werner Gottwald vorbeigekommen wäre – ein Harburger, dem sein Umfeld nicht gleichgültig ist und der deshalb mit offenen Augen unterwegs ist. Er entdeckte an der Drehscheibe herumliegendes Werkzeug, daneben eine Abdeckplatte – und wunderte sich. Als er später noch einmal vorbeikam, war die Platte verschwunden. Gottwald: „Das kam mir irgendwie merkwürdig vor.“ Als ihm Nachbarn des „Tatorts“ dann auch noch berichteten, dass sich dort seit Tagen Unbekannte zu schaffen machten und dass sie immer dann den Trennschleifer anschalteten, wenn in der Nähe laute Maschinen zu hören waren, wählte Gottwald 110. Die Polizei war sofort hellhörig, das Wasserschutzrevier 3 schickte Beamten vorbei. Sie beschlagnahmten den Schneidbrenner und anderes Werkzeug.
Am Tag des offenen Denkmals kamen viele Menschen vorbei, denen die Geschichte nicht gleichgültig ist. Sie waren empört. „Das ist eine absolute Sauerei“, meinte Horst Wichers, der aus Altona gekommen war, weil „Harburg immer spannender wird“.
Tatsächlich ist die Drehscheibe nicht irgendein Relikt aus vergangenen Tagen, das hinter Büschen und unter Kraut in Vergessenheit gerät.
„Wir wollen die Drehscheibe auf jeden Fall erhalten“, sagt Baudezernent Jörg Penner. Es sei geplant, in dem neuen Wohnquartier eine kleine Grünanlage zu schaffen, in der auch die Drehscheibe Platz hat. Dass das auch gemacht wird, dafür wird unter anderem Gorch von Blomberg von der KulturWerkstatt sorgen. Er hat sich unter anderem intensiv mit der Geschichte der Harburger Eisenbahn beschäftigt.
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werner gottwald aus Harburg-City | 18.09.2014 | 22:13  
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