Mehr Wohnungen auf der Schloßinsel?

Blick auf die Schlossinsel: Links neben dem bestehenden Gebäude könnte der Querriegel entstehen. Foto: mag

Vorschlag von Baudezernent Jörg Penner -
Lärmtechnische Untersuchung nötig

Andreas Göhring.
Jörg Penner zieht es auf die Insel. Kaum ist die Drehbrücke zwischen Kanalplatz und Lotsekai installiert, will Harburgs Baudezernent die Schloßinsel noch intensiver als Wohnquartier nutzen. Seine Idee: Neben dem bestehenden Gebäude, in der Andreas Behn seine Kaffeerösterei betreibt, soll ein Querriegel mit Wohnungen errichtet werden. Das hätte tatsächlich Charme: Mit der Drehbrücke direkt daneben wäre das Haus bequem zu Fuß zu erreichen, der Blick auf den Lotsekanal böte unvergleichliche Hafenatmosphäre.

Wer soll das Gutachten
bezahlen?


Allerdings gehört zu der speziellen Schloßinsel-Hafenatmosphäre auch Lärm – zum Beispiel von der benachbarten Werft. CDU-Vize Rainer Bliefernicht macht sich schon jetzt Sorgen: „So eine Werft muss Termine einhalten. Da muss dann auch schon mal am Wochenende rangeklotzt werden.“ Er glaube kaum, dass die Werft auch nur einen Presslufthammer ruhen lässt, wenn sich in der Nähe jemand auf seinem Balkon sonnen will.
Penner hat das erkannt. Laut geltendem Bebauungsplan Harburg 67/Heimfeld 46 ist Wohnen gerade wegen der Lärmbelastungen in der Umgebung bisher nicht zulässig. Um eine Änderung des B-Plans rechtssicher zu machen, müsste es eine „lärmtechnische Untersuchung“ geben. Das Ergebnis ist offen, vor allem aber ist die Finanzierung so eines Gutachtens offen.
Wer wird dafür zur Kasse gebeten? Ein möglicher Investor? Penner: „Das würde die Vermarktungschancen für dieses Objekt nicht gerade erhöhen.“ Im wäre es wohl am liebsten, wenn es gleich ein Gutachten für den gesamten Bereich auf der Schloßinsel geben würde. Dann könnte man das Thema für andere Projekte gleich mit erledigen. Nachteil: Dann müsste die Stadt das Gutachten zahlen.
Die Idee ist aus einem anderen Grund kein Selbstgänger. Wegen der 380-KiloVolt-Leitung ist Wohnen in diesem Bereich ohnehin stark eingeschränkt, zulässig wäre es nur mit einem Seitenabstand von 65 Metern. Deshalb hat Penner auch vorgeschlagen, in dem Bereich unter der Leitung zwei Parkhäuser zu bauen – zum einen würden für den Querriegel eine Reihe von Stellplätzen wegfallen, außerdem würde sich der gesamte Channel über weitere Plätze freuen.
 auf anderen WebseitenSenden
2 Kommentare
236
Fran Kee aus Eimsbüttel | 21.10.2015 | 10:04  
51
Petra Weinstein aus Harburg | 26.10.2015 | 11:05  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.