Marmstorf streitet über Olympia

Dieses Schild steht am Marmstorfer Feuerteich. Aus Sicht der Harburger Verwaltung handelt es sich um eine „unerlaubte Sondernutzung“. Foto: pr

Am Feuerteich steht ein Schild, das dort gar nicht
stehen dürfte - das Bezirksamt ermittelt

Ein blau-rotes Schild am Marmstorfer Feuerteich beschäftigt die Hamburger Bürgerschaft. „Marmstorf ist Feuer und Flamme für Olympia“ steht in großen weißen Buchstaben darauf. Das scheinen nicht alle so zu sehen. Bei genauem Hinsehen sind noch die Überreste eines aufgesprühten und halb weggewischten NO zu sehen.
Aber darf das Schild überhaupt dort stehen? Und wer hat es aufgestellt? Das möchte die Harburger Bürgerschaftsabgeordnete Sabine Boeddinghaus (Linke) vom Senat erfahren: „Angesichts einer kontroversen Debatte in der Stadt über das Für und Wider der Olympischen Spiele in Hamburg scheint mir diese Aussage doch sehr gewagt.“
Die Linke hat, das überrascht wenig, klar gegen Olympia in Hamburg Stellung bezogen. Die Meinung der Hamburger soll noch in einem Referendum erfragt werden.
Klar ist: Die umstrittene Olympia-Werbung steht auf öffentlichem Boden. Eine Genehmigung für die Aufstellung liegt nicht vor. „Es handelt sich um eine unerlaubte Sondernutzung“, erklärt Bezirksamtssprecherin Bettina Maak. „Das Bezirksamt ist hier bereits tätig.“
Auch das Wochenblatt war aktiv und hat die Aufsteller des Schildes ermittelt: Die bösen Buben waren einige Marmstorfer Schützen. „Das war ein Gag im Winter“, sagt Rainer Bliefernicht, Marmstorfer Schützenbruder und örtlicher CDU-Chef, „es wurde kurz vor der Teichwette installiert. Wir wollten nur einen Farbpunkt setzen. Viele Spaziergänger fanden das auch toll. Eine Familie hat sich vor dem Schild sogar fotografieren lassen.“ Bliefernichts Fazit: „Wir wollten ein Zeichen setzen: Vergesst Harburg nicht. Das ist aber keine politische Aussage.“
Das kann man offenbar auch ganz anders sehen. Sabine Boeddinghaus (Linke): „Es ist ein Skandal, wenn auf einer öffentlichen Fläche in einem Stadtteil im Namen aller dort wohnenden Menschen Olympiawerbung gemacht wird.“
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