Lewenwerder: Wohnunterkunft für Flüchtlinge und Obdachlose kommt

Carsten Metterhausen und seine Mitstreiter hatten im November 2011 das Bürgerbegehren angestoßen. Foto: mag

Bürgerbegehren gescheitert - 176 Unterschriften fehlten - Schon im ersten Quartal 2013 sollen die ersten Bewohner ins Containerdorf einziehen

Die in Lewenwerder geplante Wohnunterkunft für Obdachlose und Flüchtlinge wird gebaut. Gegen das Vorhaben des Bezirks und der Sozialbehörde hatten Anwohner protestiert. Vergeblich. Das Bürgerbegehren „Gegen weitere Massenunterkünfte“ ist gescheitert. Die erforderliche Unterschriften-Anzahl wurde um 176 verfehlt.
Wie geht’s weiter ? Nachdem die alten Pläne in den letzten Monaten wegen des Bürgerbegehrens in der Schublade geparkt waren, werden sie jetzt wieder herausgeholt. „Es gibt in Hamburg nach wie vor einen Bedarf an weiteren Plätzen“, erklärt Nicole Serocka, Sprecherin der Sozialbehörde. Bis Ende 2014 sollen in ganz Hamburg 500 zusätzliche Plätze für Zuwanderer und Obdachlose geschaffen werden.
Serocka: „Deshalb wird an dem ursprünglichen Plan festgehalten.“ Das bedeutet: Am Standort Lewenwerder werden Wohncontainer aufgestellt, in denen 110 Plätze Menschen untergebracht werden können.
Wann wird mit dem Bau begonnen? Nicole Serocka: „Noch ist keine Baugenehmigung erteilt worden. Das Verfahren wird jetzt wieder aufgenommen.“ Bereits im ersten Quartal 2013 sollen Bewohner in die Unterkunft einziehen.
Spricht die Nähe zur Unterkunft Wetternstraße nicht gegen den Standort Lewenwerder? „Ursprünglich war geplant, die Anzahl der Plätze in der Wetternstraße aufzustocken“, erinnert die Behördensprecherin. Da das nicht gewollt war, habe der „Bezirk Lewenwerder als neuen Standort vorgeschlagen. Wenn ein Standort nicht realisiert werden kann, brauchen wir Alternativen – das ist auch ein Akt der Solidarität.“

Hintergrund
Für einen Erfolg des Bürgerbegehrens hätten sich in den vergangenen sechs Monaten drei Prozent der bei einer Bürgerschaftswahl stimmberechtigten Harburger beteiligen müssen. In Zahlen: 3.372 Unterschriften wären nötig gewesen, doch nur 3.196 kamen zusammen. Allein 720 eingereichte Unterschriften waren ungültig. „Darunter waren Mehrfachnennungen und Phantasienamen“, berichtet Bezirksamtssprecherin Petra Schulz, „viele waren auch nicht in Harburg gemeldet.
Eine Nachzählung der Stimmen wird es nicht geben. „Darauf besteht kein Anspruch“, so Schulz. Außerdem haben an der Überprüfung der Stimmen auch Vertreter des Bürgerbegehrens teilgenommen.
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