Lewenwerder: Bau der Wohnunterkunft verzögert sich

Carsten Metterhausen (l.) sammelt Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Foto: mag

Erst einmal muss untersucht werden, ob sich auf dem Gelände Kampfmittel im Boden befinden

Von Marion Göhring.
Ob dieser Standort wirklich die richtige Wahl war? In Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Harburg hatte sich der Landesbetrieb „Fördern & Wohnen“ entschieden, im Gewerbegebiet Lewenwerder kurzfristig eine weitere Wohnunterkunft mit 130 Plätzen einzurichten. Doch nun gibt es unvorhergesehene Probleme. „Wir müssen das Gelände erst einmal auf Kampfmittel untersuchen lassen“, sagt Martin Leo von „Fördern & Wohnen“. Das koste Zeit, vor allem aber viel Geld.
Dabei hatten es Landesbetrieb und Behörden gerade mit dieser Unterkunft besonders eilig. „Der Zeitdruck ist groß“, sagt Jürgen Heimath, SPD-Fraktionschef in der Bezirksversammlung Harburg. In ganz Hamburg fehlten Plätze für Flüchtlinge und Wohnungslose.
So ganz kann Peter Stanislowsky, Anwohner der nur rund 300 Meter entfernten Wohnunterkunft Wetternstraße, diese Aussage nicht nachvollziehen: „Wir haben gerade erfahren, dass in der Wetternstraße 25 der insgesamt 170 Plätze nicht genutzt werden.“ Die sollen nach Auskunft von Martin Leo erst in den kommenden Wochen zur Verfügung gestellt werden. Stanislowsky: „Für die Obdachlosen kommt das zu spät. Sie müssen bei der aktuellen Kältewelle um ihr Leben fürchten. In einigen Wochen ist es bestimmt wieder wärmer.“
Unterdessen sammeln Unternehmer Carsten Metterhausen und seine Unterstützer weiter Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Ihre Forderung: keine Unterbringung von Flüchtlingen und Wohnungslosen in Massenunterkünften. Politiker aller Fraktionen hatten immer wieder betont, die Integration von Flüchtlingen und Wohnungslosen werde wesentlich erleichtert, wenn sie in kleinen Wohngruppen untergebracht werden. Um als Bürgerbegehren anerkannt zu werden, müssen rund 1.400 Unterschriften gesammelt werden. Metterhausen: „Wir sind in den nächsten Tagen am Ziel.“
Die Sprecherin der Anwohnerinitiative Wetternstraße, Iwona Mazurkiewicz, unterstützt das Bürgerbegehren, betont aber: „Wir haben nichts dagegen, dass in unserer Nachbarschaft Menschen untergebracht werden, die in Not geraten sind. Wir wollen aber, dass menschenwürdig und sozialverträglich untergebracht werden.“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.