Krebsvorsorge? Nur wenige machen mit

Aktion gegen Darmkrebs: In sieben Monaten haben nur
278 Harburger Männer eine Darmspiegelung machen lassen

Was in Offenbach oder Mönchengladbach funktioniert, muss in Harburg noch lange nicht klappen. Beide Städte hatten sich an der Aktion der Krebsgesellschaft „1.000 mutige Männer gesucht“ beteiligt. Mit Erfolg. In Offenbach fanden sich 1.188 Mutige, in Mönchengladbach immerhin 1.008. Im Bezirk Harburg haben bislang gerade 278 Männer mitgemacht - dabei wurde die Aktion bereits verlängert.
Worum geht’s? Ursprünglich bis zum 30. März sollten in Harburg „Mutige Männer“ bei einem niedergelassenen Internisten oder Chirurgen eine Darmspiegelung durchführen lassen. Die Aktion heißt zwar „1.000 mutige Männer“, doch tatsächlich kalkulierten die Initiatoren nur mit 450 mutigen Harburgern. Doch selbst diese Zahl scheint kaum erreichbar. „Wir hatten mehr Resonanz erwartet“, gibt Kathrin Stannieder von der Hamburger Krebsgesellschaft zu.
Woran liegt das fehlende Interesse? Viele Männer sind, so vermuten die Initiatoren, einfach zu einem Arzt in einem anderen Bezirk oder im Landkreis gegangen. Dies soll nach Abschluss der Aktion untersucht werden.
Kathrin Stannieder: „Darüber hinaus ist es aber nicht zu beschönigen, dass die Vorsorgebereitschaft - zumindest was Darmkrebsvorsorge betrifft - in Harburg in der Vergangenheit eher niedrig war und sich auch durch die Kampagne nicht nennenswert verändert hat.“
Dabei haben die Harburger die Aktion durchaus gekannt, wie eine Befragung in der Fußgängerzone ergab. „Vielleicht haben sich bestimmte Gruppen wie beispielsweise Migranten durch die Kampagne nicht angesprochen gefühlt“, vermutet Kathrin Stannieder.
Wer jetzt Mut gefasst hat, kann sich noch bis Ende Mai an der Darmkrebsvorsorge-Aktion beteiligen. Unter allen mutigen Männern werden bei der Abschlussveranstaltung am Mittwoch, 5. Juni, 18.30 Uhr im Harburger Rathaus, attraktive Preise verlost.


Darmkrebs ist mit knapp 73.000 Fällen im Jahr die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Eine frühzeitige Untersuchung kann eine rechtzeitige Therapie ermöglichen und somit Leben retten.
Warum werden nur Männer angesprochen? „Frauen sind in unser heutigen Gesellschaft einfach gesundheitsbewusster. Männer sind weniger aktiv, obwohl sie noch stärker betroffen sind“, sagt Dagmar Kürschner, Geschäftsführerin der Hamburger Krebsgesellschaft.
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Günter Pleinschek aus Neugraben | 24.05.2013 | 18:44  
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