"Komplett vermietet"

Wohnungsbau überall in Harburg: Jetzt geht es auch im Elbmosaik voran. Foto: bb

Beim Eisenbahnbauverein Harburg, bei der Saga/GWG und bei der Wohnungsbaugenossenschaft Süderelbe sind momentan kaum Wohnungen frei

Von Bernhard Bruno.
Die Lage ist unübersichtlich: Hamburger Immobilienmakler und Wohnungsvermieter behaupten, in „weniger beliebten“ Stadtteilen wie Billstedt oder Harburg gebe es noch genügend Wohnungen zu günstigen Mieten. Die drei größten Vermieter im Bezirk Harburg berichten dagegen, ihr Wohnungsbestand sei „nahezu komplett“ vermietet. Sie müssen es wissen, denn der Eisenbahnbauverein, die Saga und die Süderelbe Wohnungsbaugenossenschaft haben im Süden Hamburgs zusammen rund 20.000 Wohnungen.
„Wir sind zu 99,9 Prozent ausgelastet“, sagt Joachim Bode, Vorstand des Eisenbahnbauvereins (EBV). Wenn tatsächlich mal ein paar Wohnungen leer stehen, würden sie gerade saniert. In der Regel seien freie Wohnungen aber innerhalb einer Woche vermietet, im Internet gehe es sogar noch schneller. Bode: „Da haben wir manchmal innerhalb weniger Stunden mehrere hundert Interessenten.“
Heinz Stanislawski von der Saga GWG in Harburg („alles östlich der A7“) berichtet von einem Leerstand, der fast „an die Promillegrenze“ reiche. Von den rund 6.000 Wohnungen im Bestand seien zurzeit zwölf wegen Sanierung nicht vermietet. Petra Neykov, seine Kollegin aus dem Bereich Süderelbe, hat ähnliche Erfahrungen. Sieben verfügbaren Wohnungen stünden 11.000 Anfragen gegenüber, darunter gebe es allerdings auch Mehrfachnennungen – also Wohnungssuchende, die sich für mehrere Objekte interessieren.
Süderelbe-Vorstand Gerd Höft hat die gleichen Erfahrungen: eine Handvoll freier Wohnungen und eine große Nachfrage. Alle vier Experten bestätigen, dass es nur wenige Interessenten gibt, die zurzeit noch nördlich der Elbe leben. Nach Harburg wollen offenbar nur wenige.
Das soll sich ändern. Der SPD-Senat hat ein ehrgeiziges Wohnungsbauprogramm gestartet, allein in Harburg sollen jährlich 700 Wohnungen neu gebaut werden. Joachim Bode warnt allerdings davor, jetzt jedes verfügbare Grundstück zu bebauen. „Wir sollten trotzdem auf die Qualität der Lage achten, problematische Standorte sind auf Dauer, vor allem wenn sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt mal entspannt, nicht vermietbar.“
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