Kletterpark in der „Kuhtrift“?

Bekommt Harburg bald einen Kletterpark mit Seilbahn in der Kuhtrift? Foto: Panthermedia

Heimfeld: Waldeigentümer Heinrich Schabert möchte das Projekt zusammen mit zwei Partnern zügig umsetzen – noch ist keine Genehmigung erteilt

Frohe Kunde für alle Kletterfans. Am Kiekeberg gibt es bereits einen Hochseilgarten, in Wilhelmsburg eine moderne Kletterhalle. Jetzt soll in der Heimfelder Kuhtrift ein weiterer Hochseilgarten entstehen. Die ImmoForst OHG von Heinrich Schabert möchte zusammen mit der Höhenweg GmbH (Schneverdingen) und der Torsten Hedinger GbR einen Kletterpark in ihrem Heimfelder Wald errichten.

Wem gehört der Wald an der Kuhtrift? Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat im Dezember 2012 rund 47 Hektar der Gemarkung „Vahrendorfer Forst“ an die Firma ImmoForst OHG verkauft.

Was genau ist geplant? „Die Anlage soll zum einen aus einem Kletterpark mit etwa 150 Stationen für den touristischen und Freizeitbereich bestehen und zum anderen aus einem separaten Niedrig- und Team-Hochseilgarten mit rund 25 Stationen für den pädagogischen Bereich.
Eine Seilbahn (Flying Fox) mit 1.000 m Länge sowie eine Flyline, eine auf Schiene mit Kurven ausgestattete Seilbahn mit einer Länge von 600 Metern, sollen die Attraktivität der Anlage zusätzlich erhöhen“, erläutert Heinrich Schabert.

Muss für die geplante Anlage Wald abgeholzt werden? Nach Auskunft der Planer „soll bei der Errichtung dieses Kletterparks nur sehr gering in den vorhandenen Baumbestand eingegriffen werden. Es werden am Gelände keine Veränderungen vorgenommen.“
Benötigt werden Parkplätze, Umkleide- und Aufenthaltsräume, Toiletten, eventuell eine kleine Gastronomie...

Ist so ein Hochseilgarten in der Kuhtrift überhaupt erlaubt? „Nach dem Bebauungsplan Heimfeld 6 dürfte in dem Gebiet keine neue Bebauung genehmigt werden“, sagte Bezirksamtssprecherin Bettina Maak im November 2013. Heute klingt es aus dem Rathaus schon anders: „Bei der Fläche in der Heimfelder Kuhtrift handelt es sich um Wald. Ob ein Kletterpark dort zulässig wäre, müsste bei Vorliegen eines Vorbescheidsantrags oder Bauantrags geprüft werden. Da ein Antrag nicht vorliegt, gibt es bisher auch keine entsprechende Prüfung.“

Wurde nicht schon einmal versucht, dort einen Klettergarten zu errichten? Ja. 2008 war der Bezirk Harburg mit einem Investor im Gespräch, der einen Kletterpark samt Aussichtsturm bauen wollte. Damals lehnte die Wirtschaftsbehörde (!) das Projekt ab. Durch die erwartete Besucherzahl würde die Umwelt erheblich beeinträchtigt.

Was sagt die Politik? „Wir kennen nicht einen einzigen Plan und kaufen nicht die Katze im Sack“, kommentierte Harburgs SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath. Am Montag Abend stand das Thema allerdings auf der Tagesordnung im vertraulichen Teil des Stadtplanungsausschusses.

Wie geht’s weiter? Heinrich Schabert: „Wir werden in den nächsten Tagen eine diesbezügliche Bauvoranfrage an das zuständige Baureferat verschicken... Wir hoffen, dass das Baugenehmigungsverfahren bis Oktober 2016 abgeschlossen ist und wir noch im Oktober dieses Jahres mit den ersten Baumaßnahmen beginnen können.“
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