Kleinste St. Pauli Fankneipe Hamburgs musste schließen

Das „Pepper", Hamburgs kleinste St Pauli-Fankneipe, schließt. Sven Bargmann, Roy Schnelle und Anita Neumann (v.r.) räumen jetzt auf. Foto: sl

Nach 26 Jahren kam jetzt das Aus für das „Pepper“ an der Hohen Straße

Von Sabine Langner.
Die Tränen stehen Sven Bargmann in den Augen, wenn er sich umsieht. 45 Jahre war das „Pepper", eine winzig kleine Kneipe an der Hohen Straße, sein zweites Zuhause. Die Mutter des heute 46-jährigen Harburgers, „Lilli" Erika Bargmann, hat in der winzigen Kneipe an der Hohen Straße erst jahrelang geputzt, später dann gekellnert. Als ihr Mann Karsten mit Ende 50 seinen Job verlor, haben die beiden die Kneipe gekauft und 17 Jahre lang als Besitzer geführt. Doch nun sind Erika und Karsten Bargmann tot, und die Kneipe ist geschlossen.
Für die Stammgäste ein herber Verlust. „Ich bin HSV-Fan", sagt Roy Schnelle, „aber hier war jeder willkommen. Ob Bayern- oder Werder-Fan - Hauptsache sie haben sich friedlich verhalten. Wenn die Wogen mal so richtig hoch schlugen, dann hat
Carsten seinen kleinen Baseball-Schläger genommen und damit einmal kräftig auf den Tresen gehauen. Dann war sofort Ruhe."
Für Harburg stirbt mit dem Ehepaar Bargmann eine Institution. Schließlich war das „Pepper" mit 27,5 Quadratmeter Schankfläche Hamburgs kleins-te St.Pauli-Fankneipe. Jeder, aber auch wirklich jeder Quadratzentimeter ist mit St-Pauli-Devotionalien geschmückt. Skelette, Totenschädel mit feurigen Augen, Autogrammkarten von Spielern, Lampen mit dem St. Pauli-Logo. Sogar der Tresen, die Barhocker und die beiden Toiletten sind in den St. Pauli-Farben lackiert. Die komplette Decke des Raums ist dekoriert mit Fanschals von Fußball-Clubs aus der ganzen Welt, die Sven Bargmann und sein Vater Karsten bei Auswärtsspielen mit anderen Fans getauscht haben.
„Mein Vater hat kein Spiel verpasst", erinnert sich der Sohn. Durfte er auch nicht. Schließlich war Karsten Bargmann ein glühender Fan und gleichzeitig der Gründer und Präsident des FC St. Pauli Fanclubs „Mopsberg". 26 Jahre bestand der Fanclub. Auch der ist jetzt Geschichte.
„Meine Schwester Yvonne und ich wollten die Kneipe nie übernehmen", sagt Sven Bargmann. „Jetzt räumen wir hier alles aus und suchen einen Käufer für die Inneneinrichtung der Kneipe. Danke an alle Gäste, die uns über die Jahre die Treue gehalten haben. You'll never walk alone."
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