Kleine Tore, große Wirkung !

Jeden Tag, immer pünktlich um 18 Uhr, spielen zwei Teams mit Flüchtlingen unterschiedlichster Herkunft auf dem Schwarzenberg miteinander Fußball. Foto: dietrich

Bewohner der Flüchtlingsunterkunft auf dem Schwarzenberg können jetzt
nebenan Fußball spielen - Problem: Ein Tor steht auf einem Volleyballfeld

Die Bilder sind noch in Erinnerung: Über 100 Polizisten waren vor wenigen Wochen in der Flüchtlingsunterkunft auf dem Schwarzenberg nötig, um eine Massenschlägerei zu beenden. Mehrere Eritreer und Albaner waren mit Knüppeln und Besenstielen aufeinander losgegangen. Inzwischen spielen die Flüchtlinge zusammen Fußball. Jeden Tag, immer ganz friedlich. Ermöglicht hat dies Harburgs Sportreferatsleiter Andreas Reinhardt, der auf dem Schwarzenberg zwei kleine metallene Fußballtore aufstellen ließ. Doch statt Lob für dieses hilfreiche Engagement setzte es heftige Kritik. Warum?
Volleyball-Feld für
TUHH-Studenten
Speziell für Studenten der Technischen Universität Haamburg-Harburg (TUHH) war auf dem Schwarzenberg ein großes Volleyball-Feld eingerichtet worden. Dass nebenan einmal eine Flüchtlingsunterkunft stehen würde, hatte niemand einkalkuliert. „Das Volleyballfeld wurde in der Sommersaison 2014 auch gern und oft benutzt“, berichtet TUHH-Sprecher Rüdiger Bendlin. Derzeit kann allerdings nur eingeschränkt gepritscht und gebaggert werden. Ein Fußballtor steht im Weg.
Volleyball-Pfosten
versetzen?
Von den Flüchtlingen vom Schwarzenberg wird ihr neuer Fußballplatz mit Eifer genutzt. „Es werden Teams gebildet, Turniere gespielt, auch mit den Mitarbeitern der Einrichtung“, erzählt Anwohner Robert Diet-rich. Was den ehemaligen Sportlehrer besonders freut: „Jeden Tag um 18 Uhr spielen zwei Mannschaften gegeneinander. Ein kleiner Junge dolmetscht und macht immer den Schiedsrichter. Alles ist offen, verständnisvoll, friedlich. “
Stellt sich die Frage: Was ist hier wichtiger? Das Fußball- oder das Volleyballfeld? Bei der Antwort hilft ein Blick auf den Rasen. Ein Stück ist heruntergetreten, aufgewühlt, kaum noch Grün, eben intensiv beansprucht. Hier spielen viele Menschen Fußball. Im Volleyball-Bereich gibt’s dagegen kaum erkennbare Spuren. Noch hat die Saison offenbar nicht begonnen.
Ideal wäre es, wenn man auf dem Schwarzenberg gleichzeitig Fußball und Volleyball spielen könnte. „Das geht. Die Volleyball-Pfosten können mit minimalem Aufwand versetzt werden“, urteilt Ex-Sportlehrer
Dietrich. „Das Fußballfeld hat jetzt die optimale Größe.“ Die Harburger Verwaltung möchte das im Volleyballfeld stehende Tor versetzen, vorher aber erst einmal mit allen Beteiligten reden.
Könnten beide Felder stehenbleiben, auch wenn die Flüchtlingsunterkunft einmal abgebaut ist? Bezirksamtssprecherin Bettina Maak: „Das wird noch geklärt.“

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