Klatsche für Heimath

Bezirkswahl: SPD-Fraktionschef scheitert bei Kampfabstimmung um Spitzenplatz im Wahlkreis Harburg/Neuland

Seit vielen Jahren gelten die Harburger Sozis als zerstrittener Haufen. Die Kandidaten-Aufstellung für die Bezirkswahl im Mai zeigt, dass in diesem Punkt auf Kontinuität gesetzt wird: Völlig überraschend fiel im Wahlkreis 1 (Neuland/Harburg) der amtierende Fraktionschef Jürgen Heimath durch. An seiner Stelle wird Martin Celik die Liste anführen.
Bei der entscheidenden Abstimmung erhielt Heimath nur elf Stimmen, Celik kam auf 14. Heimaths Problem: Viele seiner Unterstützer wohnen nicht seinem Wahlkreis - und konnten deswegen nicht für ihn stimmen.
Martin Celik, seit fünf Jahren SPD-Mitglied, gehört dem Vorstand im Distrikt an, ist Mitglied des Haushaltsausschusses und engagiert sich im Arbeitskreis Migration. „Ich bin also kein politischer Nobody“, kommentiert er. Der selbstständige Kaufmann gehört zum Lager von Torsten Fuß und Ex-Bezirksamtsleiter Michael Ulrich. Diese beiden gelten als machtbewusste Polittrickser, behaupten jedenfalls anonyme Mails, die seit Monaten von offenbar gut informierten Parteifreunden in Umlauf gesetzt werden.
Pikant: Ausgerechnet Fuß und Ulrich saßen, während in der Harburger SPD-Kreisgeschäftsstelle über die Wahlkreisliste Harburg/Neuland abgestimmt wurde, nur wenige Meter entfernt gemeinsam in einem Restaurant. Von dort aus sollen sie per Boten Anweisungen gegeben und so die Wahl beeinflusst haben. „Im Zeitalter von elektronischen Mitteln über Boten zu reden, ist absurd“, entgegnet Torsten Fuß.
Droht dem über die Parteigrenzen hinweg anerkannten Fraktionsschef Heimath jetzt das politische Abstellgleis? „Nein, ich kandidiere für die Bezirksliste“, so Heimath. Zuspruch kommt von unerwarteter Seite. Torsten Fuß: „Jürgen Heimath wird die Bezirksliste in Harburg anführen. Punkt.“ Auch die Eißendorfer Sozis haben sich inzwischen demonstrativ auf Heimaths Seite gestellt.
Dann kann ja nichts mehr schiefgehen.


Hintergrund
Auch bei der Kür des Kandidaten für die Bundestagswahl 2013 zeigte sich die Zerrissenheit der Harburger SPD. Nicht der eigene Kreisvorsitzende Frank Richter, auch nicht der vom Landesvorstand ins Gespräch gebrachte Ingo Egloff wurden nominiert. Statt dessen setzte sich der Wilhelmsburger Metin Hakverdi durch. Natürlich mit Unterstützung einiger Harburger Distrikte.
Auch Richters Versuch, für die anstehende Bezirkswahl im Wahlkreis Heimfeld einen aussichtsreichen vorderen Platz auf der SPD-Liste zu ergattern, endete ernüchternd. Seine Parteifreunde hielten drei andere Kandidaten für geeigneter. Der Kreisvorsitzende kam hinter Claudia Loss, Michael Dose und Dagmar Overbeck nur auf Platz 4.
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