Kinderwagen im Bus eingeklemmt, was nun?

Carmen Bokemeier möchte, dass die Hamburger Hochbahn für den kaputten Kinderwagen aufkommt. Foto: pa

Hochbahn reagiert nicht auf Beschwerdebrief einer empörten Harburger Mutter

Von Jan Paulo.
Bereits im November letzten Jahres ist es passiert. An der Haltestelle Kasernenstraße bugsierte Carmen Bokemeier gerade den Kinderwagen mit ihrem zwei Monate alten Sohn Connor aus dem Bus, als der Busfahrer plötzlich die Türen schloss und Mutter mit Kinderwagen einklemmte.
„Der Kinderwagen ist kaputt, Connor fängt seit dem Vorfall bei jedem Knall an zu weinen, und ich war bis vor Kurzem noch mit einer Knieverletzung in ärztlicher Behandlung“, erzählt die Harburgerin aufgebracht. Am Tag nach dem Unfall habe sie beim HVV angerufen, um sich zu beschweren und nachzufragen, wer für den kaputten Kinderwagen übernimmt. „Ich sollte mich schriftlich an die Rechtsabteilung der Hochbahn wenden, das habe ich auch gleich gemacht“, sagt sie. Doch bis heute hat die Hausfrau keine Antwort.
Darum hat Carmen Bokemeier nun bei der Polizei Anzeige wegen Körperverletzung erstattet und einen weiteren Brief an die Hochbahn geschrieben, wieder keine Reaktion. „Noch nicht einmal der Fahrer hat sich damals bei mir entschuldigt“, empört sich die 36-Jährige.
Maja Weihgold, Sprecherin der Hamburger Hochbahn, hält sich nun wegen der Anzeige bedeckt: „Zu laufenden Verfahren geben wir keine Auskunft“, erklärt sie. Und auf die Frage, wie häufig eigentlich Fahrgäste in den Bustüren eingeklemmt werden: „Generell ist das sehr unwahrscheinlich, denn die Türen sind durch Lichtschranken gesichert.“ Dass diese auch mal kaputt sind, kann sie allerdings nicht ausschließen. „Statistiken darüber, wie oft das passiert, habe ich allerdings nicht.“
Der Vorfall im November aufzuklären wird indes wohl nicht leicht. „Unsere Kameraaufzeichnungen werden nach 24 Stunden aus Datenschutzgründen gelöscht“, so Weihgold. Carmen Bokemeier will jetzt einen Rechtsanwalt einschalten.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.