Kaum Interesse an EcoCity

So könnte es Ende 2014 im Binnenhafen aussehen: EcoCity auf dem Gelände der alten Gummi-Fabrik. Foto: mag

Nur wenig Anwohner bei öffentlicher Plandiskussion -
Auf NYH-Gelände soll Hotel mit Windturbine entstehen

Von Marion Göhring.
Auf dem Gelände der alten Harburger Gummi-Fabrik soll EcoCity, ein Ökologisches-Vorzeigequartier mit innovativer Energietechnik, entstehen. Doch statt weltweit für Aufmerksamkeit zu sorgen, blüht das Projekt eher im Verborgenen. Das Bezirksamt hatte zwar im ganzen Binnenhafen samt Hannoverscher Straße für die öffentliche Plandiskussion im Rathaus geworben, letztlich interessierte sich aber nur eine Handvoll Bürger für EcoCity – darunter Andreas Behn von der Kaffeerösterei Fehling auf der Schloßinsel, Stadtplanerin Birgit Caumanns vom Kanalplatz, Historiker Jürgen Ellermeyer (früher: Helms-Museum) und Anwohner Fritz Trisler vom Neuländer Elbdeich.
Behn, Caumanns und Ellermeyer sparten nicht mit Kritik – kein Wunder, denn die Pläne für EcoCity sind ein mühsam erarbeiteter Kompromiss aus Denkmalschutz und den wirtschaftlichen Interessen des Investors EcoCity Hamburg-Harburg. Erst nach und nach hatten der Investor aus München und das von ihm beauftragte Schweizer Architekturbüro erkennen müssen, dass die alten Hallen der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie zwar mit Nitrosaminen verseucht sind, dass sie aber auch nicht einfach dem Erdboden gleich gemacht werden können, weil sie für die Industriegeschichte Harburgs herausragende Bedeutung haben.
So entstand die Idee, die Hallen zumindest äußerlich komplett zu erhalten, im Innenhof einen mindestens 65 Meter hohen Hotelturm mit einer Windturbine in den obersten Stockwerken zu errichten. Birgit Caumanns hält die Pläne für „ziemlich fatal“ und völlig überdimensioniert, Klaus Ellermeyer hingegen sieht den Erhalt der historischen Fassaden noch lange nicht gesichert.
Am kritischsten gab sich Andreas Behn. Er vermisst eine ausreichende Zahl von Parkplätzen, fürchtet, dass seine Kaffeerösterei auf der Schloßinsel bald völlig im Schatten des Turms liegt und überhaupt sehe das alles „wie aufgespießt“ aus.
„Die Kritik wird sorgfältig geprüft“, versprach Muammer Kazanci. Der Vorsitzende des Harburger Stadtplanungsausschuss gab allerdings auch zu verstehen, dass es zu den Plänen keine Alternative gebe.
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