Karnapp: Bald doppelt so viel Verkehr?

Der Harburger Bundestagsabgeordnete Manuel Sarrazin (Grüne/GAL) sieht keine Chance mehr für den Bau der Hafenquerspange. Foto: mag

Hafenquerspange sollte Entlastung für Binnenhafen bringen - doch der Bund sieht zumindest bis 2015 keinen vordringlichen Bedarf

Von Marion Göhring.
Schlechte Nachrichten für die Anwohner des Straßenzugs Karnapp/Seevestraße. Der Harburger Bundestagsabgeordnete Manuel Sarrazin (Grüne/GAL) sieht keine Chance mehr für den Bau der Hafenquerspange. Das Verkehrsprojekt, das zumindest den Harburger Binnenhafen spürbar entlasten soll, taucht im jetzt vorgelegten Infrastrukturrahmenplan für die Jahre 2011 bis 2015 nur noch unter der Kategorie „D“ auf. Demnach sieht das Bundesverkehrsministerium für die Hafenquerspange keinen vorrangigen Bedarf.
Sarrazin redet Klartext: „Damit ist dieses Projekt gestorben.“ Vor 2015 gebe es vom Bund kein Geld für die Hafenquerspange. Danach könne man sich alle größeren Straßenbauprojekte ohnehin abschminken, denn dann reiche das Geld gerade noch aus, die vorhandenen Straßen einigermaßen instandzuhalten. Sarrazin: „Wir dürfen nicht vergessen: Ab 2014 gilt die Schuldenbremse.“ Dazu habe sich die Bundesregierung verpflichtet.
Für die Anwohner ist das ein schwerer Schlag. Einige wie die Familie Przybylski wohnen schon seit Beginn des vorigen Jahrhunderts am Karnapp. Andere wie Geerd Fischer haben sich ein Haus gekauft und sind als Pioniere in den Binnenhafen gezogen, weil sie frühzeitig erkannt haben, welche Chancen in diesem Quartier stecken.
Wenn das Bezirksamt aber seine Pläne umsetzt, soll wie berichtet künftig der gesamte Durchgangsverkehr durch den Binnenhafen über diesen Straßenzug geführt werden. Für die Przybylskis und Fischers heißt das: Der Verkehr vor ihrer Haustür wird sich verdoppeln. Dabei hatte ihnen gerade Carl-Henning von Ladiges, Stadtplanungschef im Bezirksamt Harburg, attestiert, dass das Leben am Karnapp wegen des Lärms jetzt schon gesundheitsgefährdend sei.
Geerd Fischer und seine Nachbarn hatten auf die Hafenquerspange gehofft, die von der A7 (Höhe Moorburg) quer durch Wilhelmsburg zur A1 (Höhe Stillhorn) führen soll. „Nun müssen wir mal abwarten, was da kommt“, sagt Fischer. Aber das klingt nicht mehr so hoffnungsfroh. Eine Nachbarin sagt: „Jetzt ist das Bezirksamt gefordert und muss sich andere Lösungen für den Verkehr ausdenken.“
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