Jugend in Arbeit kommt wieder in Fahrt

Jens Lüth ist der neue Geschäftsführer von Jugend in Arbeit, die jetzt mit einem neuen Konzept nach der Insolvenz wieder durchstarten. Foto: sl
SABINE LANGNER, HARBURG
Im vergangenen Jahr musste der Verein Jugend in Arbeit (JiA) einen so schweren Sturm überstehen, dass am Ende nur die Insolvenz blieb. Zum 1. Januar hat die Stiftung Berufliche Bildung die Reste des Vereins übernommen. Mit dem alten Namen, aber unter neuer Leitung und mit einem veränderten Konzept nimmt JiA jetzt langsam wieder volle Fahrt auf.

„Wir müssen zwar so wirtschaften, dass am Ende eine schwarze Null in der Bilanz steht, aber wir müssen keine Gewinne erwirtschaften“, erklärt Jens Lüth, neuer Geschäftsführer der JiA. Geblieben ist die Idee sozial benachteiligten Jugendlichen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance auf einen Ausbildungsplatz haben, eine Ausbildung zu ermöglichen. Lernen können die rund 60 Azubis bei JiA Bootsbau, Konstruktionsmechanik, Elektronik oder Tischler. Gearbeitet wird in der großen Halle im Harburger Binnenhafen an alten Schiffen, die größtenteils von der Hamburger Stiftung Maritim zu JiA zur Restaurierung gegeben werden. Zweites Standbein der neuen, alten Firma sind rund 125 Plätze für Arbeitsgelegenheiten, besser bekannt als Ein-Euro-Jobber, die an fünf verschiedenen Projekten arbeiten.

Weggefallen ist allerdings im Zuge der Umstrukturierung das Dock, mit dem man früher auch große Schiffe trocken legen konnte. „Wir haben einen Großteil des Personals vom Verein Jugend in Arbeit übernommen und auch alle Azubis“, so Jens Lüth weiter. „Daher mussten wir zusehen, dass wir die Fixkosten verkleinern. Dafür haben wir einen Großteil der Wasserfläche sowie eine riesige Halle und ein Verwaltungsschiff abgegeben. Geblieben ist ein kleiner Steg und eine rund 2.500 Quadratmeter große Halle.“

Momentan haben die Mitarbeiter alle Hände voll zu tun mit einem Umzug: Ein Teil der Arbeitsgelegenheiten zieht in die Buxtehuder Straße. Dafür zieht die dort ansässige Produktionsschule in die Zitadellenstraße. „Auf diese Weise haben wir die Schüler und Azubis an einem Standort“, sagt Jens Lüth. „Ziel ist es, alle Schüler und Azubis in Unternehmen auf dem ersten Arbeitsmarkt unterzubringen. Viele von ihnen können ganz viel, man muss die verborgenen Schätze nur finden und sie auf den richtigen Weg bringen. Ich bin sehr guten Mutes, dass wir das mit den Jugendlichen und auch mit der neuen Firma schaffen.“
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