Jetzt droht Ärger!

Monika Berrier (li.) und Gunda Arends sind zwei von rund hundert Anwohnern im Neubaugebiet Alter Postweg /Gildering, die gegen den geplanten fünfgeschossigen Neubau protestieren wollen. Foto: sl

Am Alten Postweg soll fünfgeschossiges Gebäude entstehen -
obwohl eigentlich nur drei Geschosse erlaubt sind - Anwohner protestieren

Die Anwohner des Neubaugebiets am Alten Postweg und im Gildering sind alarmiert: Die Strabag möchte auf dem alten Gelände der Freiwilligen Feuerwehr am Alten Postweg 143 Wohnungeneinheiten bauen. Neue Wohnungen begrüßen auch die Nachbarn - bei der Menge und vor allem bei der Höhe des Bauvorhabens scheiden sich die Geister.
„Als wir vor zehn Jahren unser Reihenhaus gekauft haben, wurde uns gesagt, dass der Bau von Wohnungen geplant ist“, erinnert sich Anwohnerin Gunda Arends. „Aber damals hieß es, dass der gültige Bebauungsplan nur drei Geschosse erlaubt. Jetzt werden hier vier bis fünf Geschosse geplant. Das ist zu viel.“
Auch Nachbarin Monika Berrier hat nichts gegen den Neubau, solange das geltende Baurecht eingehalten wird. „Es gibt eine Studie des Senats, in der 75 Wohneinheiten an dieser Stelle empfohlen werden“, sagt sie. „Jetzt reden wir über 143 Einheiten. Uns ist schon klar, dass Bauland rar ist und der Senat viele neue Wohnungen für Hamburg bauen will, aber deshalb kann man doch keine Gesetze aushebeln.“
Neben der Angst um die Wohnqualität und den Wert der Grundstücke fragen sich die Anwohner, ob das Viertel verkehrstechnisch eine solche Masse aushalte. Schon jetzt seien die Parkplätze im Viertel knapp. Der Neubau solle zwar eine Tiefgarage erhalten, „aber die wird nicht ausreichen für die Autos aller Mieter“, so Monika Berrier.
Die Harburger Verwaltung sieht die Aufregung der Anwohner gelassen: „Eine abschließende Entscheidung ist noch gar nicht getroffen“, sagt Pressesprecherin Beatrice Göhring. „Die Nachbarn sollen gehört werden. Aber grundsätzlich ist der Bau möglich aufgrund einer Ausnahmeregelung des Hamburger Baugesetzbuches. Fünf Geschosse sind da möglich, wo eine zusätzliche Verdichtung vertretbar erscheint.“
Klar ist: Die SPD mit ihrer Mehrheit, aber auch die CDU unterstützen das geplante Projekt. „Das Bauvorhaben korrespondiert gut mit der Umgebung, und es ist gut für Harburg“, sagt Muammer Kazanci (SPD). „Wir haben das Projekt im Stadtplanungsausschuss besprochen und einstimmig befürwortet.“
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
206
Sebastian Jiske aus Heimfeld | 15.11.2012 | 08:05  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.