Ist das Kunst - oder trocknet hier jemand seine Wäsche?

Weiße Wäsche flattert über dem Gegendenkmal „Trauerndes Kind“. Fotos: deh

Ungewöhnliche Aktion von Axel Richter und Uwe Schloen
am Harburger Soldaten-Denkmal

Auf einer Leine hängt frisch gewaschene Wäsche. Socken, Bettlaken, ein Unterhemd, auch ein BH. Wenig spektakulär, wenn sich die Wäscheleine nicht gerade direkt am Soldaten-Denkmal bei der St. Johannis-Kirche befinden würde. An der Fußgängerampel wartende Passanten tuscheln und schauen sich um. Lauert hier irgendwo eine „Versteckte Kamera“? Hat jemand eine Wette verloren? Das Ganze bleibt rätselhaft. Hier kommt die Auflösung.
Bei der behängten Wäscheleine neben dem Kriegerdenkmal handelt es sich um ein Werk von Axel Richter und Uwe Schloen. Die beiden Künstler wollten mit ihrer Aktion am Vorabend des 75. Jahrestages des deutschen Angriffs auf Polen an die Entfesselung des Zweiten Weltkriegs durch Nazi-Deutschland erinnern. Und gleichzeitig auf den kriegsbefürwortenden Charakter des Denkmals hinweisen.
Das 1988 aufgestellte Gegendenkmal „Trauerndes Kind“, eine bronzene Plastik des Harburger Künstlers Hendrik Andre Schulz, kommt im Vergleich zum Soldaten deutlich weniger zur Geltung.
Wer mehr über das Kriegerdenkmal und die Kunstaktion wissen möchte: Am Freitag, 12. September, laden Richter und Schloen alle Interessierten zu einem Informations- und Diskussionsabend im Saal des Gemeindezentrums St. Trinitatis, Bremer Straße 9, ein. Beginn: 19 Uhr.


Der Soldat
Das von Hermann Hosaeus, einem Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, geschaffene Kriegerdenkmal „Der Soldat“ wurde 1932 eingeweiht. Es zeigt einen verwundeten marschierenden Soldaten mit geschultertem Gewehr. Die 4,50 Meter hohe Bronze-Skulptur steht auf einem sechs Meter hohen
Sockel. „Das Denkmal ist keine Zierde unseres Stadtteils, sondern Zeugnis seiner Zeit“, kommentierte Prof. Ralf Busch, ehemaliger Leiter der Helms-Museums.
1988 wurde neben dem Soldaten ein Gegendenkmal „Trauerndes Kind“ aufgestellt. Schnell gab es Kritik. Die bronzene Plastik des Harburger Künstlers Hendrik Andre Schulz sei im Vergleich zum Soldaten-Denkmal kaum wahrnehmbar.
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