Islam-Center am Krummholzberg
Vorhaben von Noura A. und Umm F. heftig umstritten - Führt dieses Projekt zu mehr Integration oder zu mehr Abgrenzung ?
Von Bernhard Bruno.
Zwei muslimische Frauen aus Eißendorf, Noura A. und Umm F., sorgen in Harburg für heftige Diskussion. Sie wollen in den leerstehenden Räumen eines Tanzlokals am Krummholzberg das „erste islamische Einkaufzentrum Hamburgs“ eröffnen. Dort soll es unter anderem Kleidung wie den Hijab (aus dem Arabischen: Vorhang), der den Körper der Frauen in der Öffentlichkeit vollkommen bedeckt, zu kaufen geben.
In den Räumen sollen noch andere Geschäfte Platz finden. Die beiden Muslima freuen sich nach eigenen Angaben über Interessenten, „gerne aber mit muslimischen Glauben“. Der integrationspolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion Kazim Abaci hält so ein Angebot in einem Stadtteil wie Harburg mit hohem Migrantenanteil für „durchaus sinnvoll“. Es dürfe aber niemand ausgeschlossen werden. „ Wir wollen keine Parallelgesellschaft, wir wollen Durchlässigkeit", sagt Abaci. Harburgs CDU-Chef Ralf-Dieter Fischer hält das Konzept für bedenklich: „Wenn dort nur Muslime einkaufen und beschäftigt werden, ist dies ein Verstoß gegen Antidiskriminierungsgesetze.
Die Betreiberinnen des islamischen Einkaufszentrums, das am Krummholzberg zwischen dem „Integrationszentrum der Bürgerinititaive ausländische Arbeitnehmer“ (Partner: unter anderem die katholische Kirche) und der El-Iman-Moschee des Islam Vereins entstehen soll, haben auf Anfragen der Medien bisher nicht reagiert. Dafür äußern sie sich aber im sozialen Netzwerk Facebook.
So gebe es keine Entschuldigung dafür, wenn eine Frau Kleidung wie den Hijab nicht trage: „Selbst wenn die Frau ihre Aura durch das Tragen einer Hose oder eines wadenlangen Rocks und undurchsichtiger Socken bedeckt, ist sie sündhaft.“ Die beiden Frauen aus Harburg kennen offenbar auch die Medienberichte über ihr Vorhaben. Erstaunt scheinen sie allerdings nicht zu sein: „Viele Muslime glauben noch an eine heile deutsch-hetzfreie Welt.“
In einigen Internetforen toben sich tatsächlich schon einige Hetzer aus. Inzwischen beobachtet der hamburgische Verfassungsschutz das Geschehen.

