In Sinstorf sind die Keller feucht

Regenrückhaltebecken in Sinstorf: Die angebliche Verschlammung ist ein bewusst angelegtes Biotop. Foto: mag

Keine Anzeichen dafür, dass die Renaturierung der
Engelbek daran Schuld ist - Anwohner, Politiker und
Experten der Verwaltung vereinbaren Ortstermin

Von Andreas Göhring.
Große Enttäuschung bei den Anwohnern der Engelbek! Einen ganzen Sommer lang hatten sie geduldig ausgeharrt und voller Vertrauen in Politik und Verwaltung auf Antworten gewartet. Sie wollten endlich wissen, was das Bezirksamt gegen feuchte Keller und nasse Gärten unternehmen will. Aber sie wollten auch wissen, wer für das Malheur verantwortlich ist.
In der ersten Sitzung des Regionalausschusses Harburg nach der parlamentarischen Sommerpause sollten sie ausführliche Antworten auf eine ganze Liste von kritischen Fragen bekommen, die sie schon im Frühjahr eingereicht hatten. Aber: Pustekuchen!
Jens Brehm, Abteilung „Management des öffentlichen Raums/Wasserbehörde“ im Bezirksamt Harburg, also genau der Mann, der alles weiß in Sachen Engelbek, sagte: „Ich habe diese Fragen nie bekommen.“ Es wurde im Verlauf der Sitzung schnell klar, dass Brehm nichts zu verbergen hatte. Er hatte die Fragen tatsächlich nie bekommen, sie waren offenbar irgendwo zwischen Regionalausschuss, Geschäftsstelle der Bezirksversammlung und der Fachabteilung irgendwo versickert.
Rückhaltebecken
ist nicht verschlammt

So musste Brehm einige Fragen aus dem Stegreif beantworten. Und er räumte zugleich auch mit einigen Fehlinformationen auf, die sich in der langen Wartezeit auf Antworten schnell verbreitet hatten. So war zum Beispiel behauptet worden, das Regenrückhaltebecken in Sinstorf sei im oberen Teil schon „verschlammt“, weil die Stadt das Becken nicht pflege.
Dazu Brehm: „Das ist keine Verschlammung, sondern ein bewusst angelegtes Biotop.“ Außerdem sei der Wasserspiegel im Rückhaltebecken um 15 Zentimeter gesenkt worden, um ein größeres Speichervolumen bei Starkregen vorzuhalten.
Brehm widersprach auch der Behauptung, die Renaturierung der Engelbek sei Schuld an den Vernässungen. Dafür gebe es nicht einen einzigen Beweis. Man war sich im Ausschuss allerdings schnell klar, dass man die Probleme nicht am grünen Tisch lösen kann.
Auch Brehm kennt nicht jeden Zentimeter des insgesamt rund 6,5 Kilometer langen Flusslaufs. Also verabredete man sich zu einem Ortstermin – zusammen mit Anwohnern, Politikern und Fachleuten vom Bezirksamt.
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