In Harburg regiert bald SPD mit CDU

Ralf-Dieter Fischer, Rainer Bliefernicht und Uwe Schneider ( alle CDU, v.l.): fünf Jahre Partner der SPD? Foto: mag

Verhandlungen laufen – ein Thema: die Wiederwahl des
Bezirksamtsleiters Thomas Völsch (SPD) 2017

Von Bernhard Bruno.
Sie lassen sich viel Zeit: Mindestens noch bis Ende des Monats, vielleicht auch noch bis Mitte September, wollen die Spitzen von SPD und CDU in Harburg über ihr Regierungsprogramm für die kommenden fünf Jahre verhandeln. Eine große Koalition verspricht satte und vor allem sichere Mehrheiten, damit könnte man auch größere Probleme des Bezirks anpacken. Wie von beiden Fraktionschef, Jürgen Heimath (SPD) und Ralf-Dieter Fischer (CDU) zu hören ist, herrscht bei den Gesprächen eine „harmonische Atmosphäre“.
Gewünscht hätte sich die SPD wohl lieber eine satte und sichere Mehrheit mit den Grünen, dem eigentlich Wunschpartner der Genossen. Doch die Grünen sind, glauben SPD-Kreischef Frank Richter und die Mehrheit seiner Vorstandsmitglieder, derzeit nicht stabil genug für eine Koalition. Als Beispiel wird der Streit um den Vorsitz der grünen Sieben-Personen-Fraktion angeführt. In den musste sogar die Grünen-Landesvorsitzende Katharina Fegebank eingreifen – und war gescheitert. Die Grünen sind also selbst Schuld, behaupten die Genossen – und lenken damit geschickt von den eigenen Problemen ab. Denn der Machtkampf in der Harburger SPD ist noch lange nicht beendet. Immer noch spekulieren einige Gewählte und Nichtgewählte auf einen Platz an der Sonne – sprich: auf ein Mandat für die Bürgerschaft, das immerhin mit mehr als 4.000 Euro pro Monat dotiert ist. Und immer noch laufen Genossen herum und verkünden als oberstes Ziel die Ablösung von Kreischef Frank Richter.
In dieser Situation kommen die 14 Abgeordneten der CDU gerade recht, um der SPD trotz einiger potenzieller Abweichler in der Fraktion die Mehrheit in der Bezirksversammlung zu sichern.
Doch was kostet das die SPD? Voraussichtlich Ende 2017 muss sich Bezirksamtsleiter Thomas Völsch (SPD) nach sechs Jahren Amtszeit zur Wiederwahl stellen. Die CDU hat bisher kein gutes Haar an Völsch gelassen. Er sei lediglich ein „Befehlsempfänger“ des Senats, habe nicht das Rück-grat, die Interessen Harburgs auf der anderen Elbseite wirkungsvoll zu vertreten.
Kaum zu erwarten, dass die CDU die Kröte Völsch schluckt. Doch CDU-Chef Ralf-Dieter Fischer winkt ab und sagt grinsend: „Es kommt auf den Preis an.“ Spätestens im September wird Harburg erfahren, wie hoch er ist.
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