Immer diese Gehwegparker

Gerd Kreiczik ist genervt von parkenden Autos, die ihm die Sicht versperren und von Rasern auf der Bremer Straße. Foto: sl

Anwohner der Bremer Straße klagt: Ausfahrt aus Tiefgarage kaum möglich

SABINE LANGNER, HARBURG
Gerade erst hatte Anwohner Alex Dulisch über die Schwierigkeit berichtet, mit dem Auto aus der Brunsstraße auf die Bremer Straße abzubiegen. Jetzt meldet sich Gerd Kreiczik zu Wort. Er wohnt direkt an der Bremer Straße. Sein Auto steht zusammen mit 50 anderen in einer Tiefgarage. Von dort auf die Straße zu kommen, sei jeden Tag eine neue Herausforderung.
„Das fängt damit an, dass hier zahlreiche Autos auf dem Gehweg parken. Ich kann das verstehen, Parkplätze sind knapp hier. Aber sie verdecken die Sicht auf die Straße und man muss sich millimeterweise an den Rand heran arbeiten“, sagt der Harburger.
Glücklich am Straßenrand angekommen, fangen die Probleme erst an. Täglich würden hier Autos mit überhöhter Geschwindigkeit durch rasen. „Wenn dann auch noch der Bus an seiner Station hält, wird es oft richtig eng“, hat Gerd Kreiczik beobachtet. „Ich warte geradezu darauf, dass es hier mal richtig kracht. Aber das muss doch nicht sein.“

Die Harburger Polizei nimmt die Ängste der Bürger sehr ernst und hat schon nach der ersten Anfrage von Alex Dulisch eine Woche lang rund um die Uhr das Tempo an dieser Stelle der B75 gemessen. „Wir haben dafür ein Messgerät ohne Display unauffällig an einem Lichtmast angebaut, um weitgehend auszuschließen, dass die Verkehrsteilnehmer die Messung bemerken“, erklärt Dietmar Thoden, Leiter der Abteilung Prävention und Verkehr am Polizeikommissariat 46.

Das Fazit der Messung: „Der überwiegende Teil der Verkehrsteilnehmer hält sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung“, so Thoden. Sowohl stadteinwärts als auch -auswärts nutzen jeweils rund 4.000 Fahrzeuge die Bremer Straße. „Wir hatten durchaus den einen oder anderen Ausreißer mit gut hundert Stundenkilometern“, räumt Dietmar Thoden ein, „allerdings waren das einzelne PKW jeweils nach 21 Uhr und ein paar Zweiradfahrer. 85 Prozent sind mit 48 Stundenkilometer gefahren.“ Aus diesen Ergebnissen könne man nicht ersehen, dass die Bremer Straße eine Rennstrecke geworden sei.

Auch mit den Falschparkern, die Gerd Kreiczik die Sicht versperren, muss der Harburger wohl zukünftig leben. „Ich gehe die Strecke jeden Tag ab“, sagt Stadtteilpolizist Ingo Jarmatz. „Dabei schreibe ich auch Knöllchen und Hinweiszettel, wenn Autos auf dem Gehweg parken. Aber gelöst wird das Problem damit nicht.“
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
237
Manfred Hagel aus Harburg | 24.09.2012 | 23:25  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.