"Ich mag hier wohnen"

Die Portugiesin Maria Rosa Castro Barros-Störmer unterrichtet an einer Hamburger Schule und wird von der portugiesischen Regierung bezahlt. Foto: sl

Maria Rosa Castro Barros-Stürmer kommt aus Portugal, wohnt seit 30 Jahren in Harburg und unterrichtet in der Neustadt

Seit 1977 lebt die Portugiesin Maria Rosa Castro Barros-Störmer in Harburg. Sie arbeitet als Lehrerin an der Stadtteilschule im Hafen. Die Schule liegt mitten im Portugiesenviertel, gibt es hier viele Kinder portugiesischer Eltern, die großen Wert darauf legen, dass die Kinder die Sprache ihrer Großeltern beherrschen. Bezahlt wird Rosa Barros dafür von der portugiesischen Regierung.
„An dieser Schule ist das ein ganz normales Modell“, sagt sie. „Wie sind insgesamt drei portugiesische Lehrer, die zusammen mit deutschen Kollegen bilingualen Unterricht geben. Dazu kommen noch ein paar türkische Kollegen, die auch von der türkischen Regierung bezahlt werden.“
Geboren in der Nähe von Porto, zog die heute 60-jährige mit ihren Eltern als Kind für eine Weile nach Frankreich. Zurück in Portugal, lernte sie ihren Mann kennen, einen Schlosser aus Cuxhaven. Er fand Arbeit in Harburg. 1979 kam der gemeinsame Sohn auf die Welt. Die Ehe ist mittlerweile geschieden, aber Rosa Barros hat in Harburg Wurzeln geschlagen. „Ich mag hier gern wohnen“, sagt sie.
Seit zwei Jahren arbeitet sie an der Schule im Hafen. Vorher hat die portugiesische Beamtin 17 Jahre lang an der holländischen Grenze als Lehrerin gearbeitet. „Es gab dort eine Textilfabrik mit 4.000 Arbeitern. Davon waren rund 2.000 Portugiesen“, berichtet sie. Am Anfang wollte sie dort nicht hinziehen, weil sie lieber in Harburg wohnen wollte. „Also bin ich dreimal in der Woche frühmorgens in den ICE gestiegen und abends wieder zurück gefahren“, erinnert sie sich.
„Später hatte ich keine Zeit mehr. Meine beiden Eltern sind fast zeitgleich pflegebedürftig geworden. Ich bin jede Woche für vier Tage nach Porto geflogen und habe mich dort zusammen mit meinem Sohn um meine Eltern gekümmert.“
Fünf Jahre lang pendelte Rosa Barros auf diese Weise zwischen den Welten. Inzwischen sind beide Eltern verstorben und in Rosa Barros‘ Leben ist ein bisschen Ruhe eingekehrt. Über Ruhestand denkt die umtriebige Lehrerin allerdings noch nicht nach. „Ich traue dem Rentensystem in Portugal nicht“, sagt sie. „Daher werde ich arbeiten, bis ich umfalle.“
Übrigens: Vom kommenden Schuljahr wird Portugiesisch in Hamburg erstmals Abiturfach.

In Hamburg gibt es mehrere Lehrer, die von ausländischen Regierungen bezahlt werden und an deutschen oder internationalen Schulen unterrichten. Wie viele es genau sind, konnte die Schulbehörde trotz mehrfacher Nachfrage nicht ermitteln.
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