„Ich hatte einfach nur Spaß“

Gildekönig Ingo Volkland (70) nahm seine zweite Regentschaft nach 2004/2005 mit Humor. „Die Zeit als König lief so durch", sagte er gegenüber dem Elbe Wochenblatt. Foto:Tsilis

Ingo Volklands zweite Amtszeit als Gildekönig

Von Andreas Tsilis.
Beim Fototermin packte er mit an und rückte den schweren Buchentisch aus der Schusslinie – keine Frage, Gildekönig Ingo Volkland (70) ist keiner, der etwas auf die lange Bank schiebt.
Eigentlich hatte sich er sich das abgelaufene Jahr ganz anders vorgestellt: Den Königstitel sollten andere unter sich ausmachen, er wollte einfach nur ab in den Urlaub. Doch der Vogel fiel durch seine Hand und Volkland wurde nach 2004/2005 zum zweiten Mal Regent. Das war zugleich der Startschuss eines außergewöhnlichen Königsjahrs.
Hatte Volkland die erste Amtszeit aufgrund unzähliger Termine noch „geschlaucht“, lief es dieses Mal entspannter für den Unternehmer im Ruhestand.
Die Zeit rauschte so durch, sagt Volkland „Ich hatte einfach nur Spaß.“ Aus dem Munde eines hohen Würdenträgers klingt das ungewöhnlich. Aber Volkland, eine norddeutsche Frohnatur mit dem Herz am rechten Fleck, nahm seine Königspflichten immer ernst. Getreu seinem Motto, „die Aufgabe ist wichtig, nicht der Titel“.
Viele Königsbälle und andere Veranstaltungen in Stadt und Land besuchte er. Volkland erschien stets in maßgefertiger Uniform. Nicht, weil das die Gastgeber erwartet hätten, sondern weil er es von sich selbst erwartete.

Neue Königskandidatur 2028 – mit 82 Jahren

„Ich repräsentiere die Gilde“, sagt Volkland, der zu offiziellen Terminen auch schon mal ein Adjutanten-Ehepaar mitnahm. Beim letzten Hafengeburtstag sorgte das für leichte Verwirrung. Eingeladen war nur das Königspaar, aber Schwamm drüber, „denn die Auslaufparade wurde für alle ein unvergeßlicher Moment“.
Am meisten bewegt hat ihn seine Proklamation, danach nahm er sich, für einen Gildekönig untypisch, eine „Auszeit“ und reiste mit Ehefrau Anne auf die Balearen. Per Video gab es einen flotten Gruß an die Kameraden und ein Prosit auf
Kosten des Königs. An Spekulationen über seinen Nachfolger beteiligt er sich nicht. Volkland würde sich aber freuen, „wenn es wieder ein Tischler schafft“.
Zur dritten Königskandidatur will er 2028 antreten. Volkland wäre dann 82 Jahre, die Gilde stolze 500 Jahre alt. Fällt dann der Vogel erneut durch seine Hand, wäre er wohl das, was er nie sein wollte: ein elitärer König.



Großes Volksfest
auf dem Rathausplatz
Der neue Gildekönig steht erst am 25. Juni fest

Von Andreas Tsilis.
Das Vogelschießen der Harburger Schützengilde von 1528 beginnt und endet zwar ganz traditionell, doch mittendrin gibt’s ein tolles Volksfest auf dem Rathausplatz.
Zwischen der Kranzniederlegung am Ehrenmal (13.Juni) und der Proklamation des neuen Gildekönigs (25. Juni) haben alle Bürger unter anderem erstmals die Möglichkeit, den Kommers nach dem Zapfenstreich am Rathaus mitzuerleben. Den musikalischen Höhepunkt setzen der Spielmannszug der Turnerschaft Harburg und das Seevetaler Blasor-
chester.
Wettbewerb im
Laserschießen
Das Volksfest beginnt am 16.Juni: Nach Rathausempfang, Spargelessen der Gilde mit Festreden von Stadtentwicklungssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeld und dem 1. Patron der Harburger Schützengilde, Conrad Bader, sorgt die Tätära-Combo für „Gaudi/Gildo-Time“ im und beim Festzelt (14.30-15.30 Uhr). Es folgt ein Wettbewerb im Laserschießen, bei dem auch Bürger unterschiedliche Karten für die rauschende Winterballnacht im Privathotel Lindtner gewinnen können. Den Schlusspunkt setzt eine After Work Party, deren Ende offen ist aber wohl wegen König Fussball nicht über 21 Uhr hinaus gehen wird.
Am nächsten Tag geht’s munter weiter: Riesenrad, Entenangeln, Wurstbude – für jeden sollte etwas dabei sein. Was fehlt, ist das bekannte Sport- und Kinderfest, „das funktioniert hier nicht“, sagte Gildepatron Conrad Bader. Am Sonnabend, 18.Juni, ab 13.30 Uhr bietet die Gilde für alle Harburger Hühnerfrikassee-Essen satt (solange der Vorrat reicht) für 6,50 Euro pro Gast (Anmeldung in der Geschäftsstelle erwünscht). Das Volksfest endet am 19.Juni.
Am 25. Juni wird dann der neue König auf der Schießanlage am GastHuus (Schwarzenberg) ausgeschossen (ab 10 Uhr).
Dessen Proklamation (19.30 Uhr) am Kaiserbrunnen bildet den krönenden Höhepunkt des Vogelschießens. Harburg hat dann einen neuen Gilde-
König!
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