„Hundeklo“ wurde eingezäunt

Über 30 Jahre lang wurde das Flurstück 3936 am Rieckhof von Menschen und Hunden als Klo genutzt. Foto: pr

Seeve-Viertel: Aus der Brachfläche am Rieckhof soll eine Wildblumenwiese werden

Von Olaf Zimmermann.
Aufregung im Seeve-Viertel. Eine kleine etwa 200 Quadratmeter große Fläche am Rieckhof wurde auf einmal eingezäunt. „Das sieht aus wie ein Knast“, beschwert sich eine Anwohnerin, „bei uns im Haus finden das alle fürchterlich.“ Was steckt dahinter?
Die fragliche Fläche hat offiziell die Bezeichnung „Gemarkung Harburg, Flurstück 3936.“ Eigentümer ist der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG). Im Klartext: Das Gelände gehört der Stadt. Es war ursprünglich als Erweiterungsfläche für das Kulturzentrum Rieckhof vorgesehen.
Hundebesitzer des Seeve-Viertels und auch viele Passanten nutzten diesen Bereich konsequent als Klo. Auch Müll
wurde hier regelmäßig hingeschmissen. „Es stinkt zum Himmel“, weiß Rieckhof-Chef Jörn Hansen. „Das ist aus meiner Sicht nicht noch länger hinnehmbar. Es wird seit Jahrzehnten von allen Beteiligten in der Innenstandt Harburgs auf dieses allgemeine Kloakenproblem hingewiesen - geschehen ist nichts. Jetzt haben wir diese Fläche mit einem leichten, optisch unaufdringlichen Wildschutzzaun eingefasst.“
War das erlaubt? „Die Fläche wird von unserem Dienstleister, der Firma Karl Gladigau GmbH, verwaltet. Gladigau ist formal für die Pflege des Grundstücks zuständig“, erläutert Daniel Stricker, Sprecher der Finanzbehörde. „Es wurde jedoch von unserem ehemaligen Dienstleister vor einigen Jahren eine mündliche Vereinbarung mit dem Kulturzentrum Rieckhof getroffen, dass die Fläche aufgrund der Rattenplage und dem Hundekot auf der Fläche durch den Rieckhof eingezäunt werden darf.“ Fazit: Der Rieckhof durfte das.
Was ist geplant? Jörn Hansen: „Zur Zeit säubern wir die Fläche von Abfall und den Hinterlassenschaften vieler Jahre. Wir planen auf dieser Fläche ein Wildblumenfeld auszusäen, um den bisher vollkommen unbefriedigenden Zustand zu verbessern.“ Inzwischen wurde der Bereich beim Rieckhof-Notausgang bereits neu gepflastert. „Auch dies hat die ehemalige Schmuddelecke stark verbessert“, so Hansen zufrieden.

Hundekot
Hamburger Hundehalter müssen die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner einsammeln. Dafür gibt es kostenlose „Gassibeutel“. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld rechnen – zumindest in der Theorie. Im vergangenen Jahr wurde aus diesem Grund im Bezirk Harburg kein einziges Bußgeld verhängt.
„In der Regel ist nicht nachzuweisen, dass der Kot von dem beschuldigten Hund stammt. Auf frischer Tat wurde offenbar niemand ertappt oder die Hundehalter verhalten sich angemessen“, sagt Bezirksamtssprecherin Bettina Maak.
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Petra Weinstein aus Harburg | 24.05.2017 | 22:27  
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