Historische Grenzsteine im Wald Rosengarten

Der historische Grenzstein / scharfe Stein aus dem 14. Jahrhundert im Rosengarten
 
Ein Grenzstein aus der jüngeren Grenzreihe von 1750 mit der Bezeichnung N LII im Wald bei Neugraben
Historische Grenzsteine im Rosengarten Forst bei Harburg

Früher wurden Grenzen häufig durch markante Grenzsteine gekennzeichnet. Einer der auffälligsten Grenzsteine ist der Moisburger Stein in Neugraben.
Der Stein wurde damals als Grenzmarkierung zwischen den Ämtern Harburg und Moisburg gesetzt. Heute verläuft hier die südliche Grenze des Hamburger Staatsgebietes. Jenseits des Moisburger Steins begann das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, das spätere Königreich Hannover und grenzte das Gebiet vom Bauernwald ab.
Diese Grenzsteinreihe bestand ursprünglich aus 65 entsprechend nummerierten Steinen im Wald zwischen Langenrehm und Neugraben.

Auf der Seite zum Bauernwald haben die Findlinge ein N (=Nummer) mit römischen Ziffern XIV bis XIX eingearbeitet, auf der Seite zum Staatsforst befindet sich ein Wolfsangelzeichen. Anfang und Ende sind durch zwei noch heute erhaltene monumental gestaltete Sandsteinstelen markiert: den Sieverser und den Moisburger Stein.

In dem Moisburger Stein sind die Initialen von Georg II eingemeißelt, der nicht nur Kurfürst war, sondern gleichzeitig britischer König. Die römischen Ziffern MDCCL stehen für die Jahreszahl 1750. Das Zeichen darunter ist eine sogenannte Wolfsangel, hier als Symbol der Welfenherrschaft verwendet. Der Moisburger Stein ist der 65. und gleichzeitig letzte Stein einer Grenzreihe die von Neugraben bis nach Leversen quer durch den Rosengarten Forst führt.
Die Reihe der verbliebenen Steine hat die Bezeichnung N21- N 28.

Mitten im Wald bei Alvesen- Vahrendorf bei Harburg gibt es aber eine weitere vergessene Grenzsteinlinie welche viel früher und schon im 14. Jahrhundert gesetzt wurden.

Diese Steine sind fast vergessen und liegen teils gut versteckt im Wald. Sie dienten der Abgrenzung des 1057 erworbenen Besitzes des Klosters Harsefeld (lateinische Kreuze), des 1412 erworbenen Besitzes des Alten Klosters Buxtehude (Rostzeichen) sowie des erzbischöflich-bremischen Stiftsbesitzes (griechische Kreuze). Später ab dem 17. Jahrhundert markierte der "Scharfe Stein" - ein besonders markantes Exemplar - die neue Grenze zwischen den Ämtern Moisburg und Harburg.
Wer sucht der findet diese beeindruckenden Steine mit Kreuzsymbolen und Wolfsangelzeichen im Rosengarten- Forst bei Alvesen, Sottorf und Leversen. Die Steine sind auf einer historischen Karte markiert. Sie werden mit S 1 bis S 28 bezeichnet.
22 Steine sind noch bekannt, ursprünglich waren es mit Sicherheit mehr. Leider ist ihre Zahl noch im vergangenen Jahrhundert zurückgegangen. Diese Steine sind heute als Kulturdenkmal geschützt, d. h. als Zeugnis menschlicher Geschichte, an deren Erhaltung ein öffentliches Interesse besteht.
Die alten Grenzsteine (auch Abmarkung, Markstein oder Bannstein) im Rosengarten Forst werden auch oft als Kreuz- beziehungsweise Schedel-Steine beschrieben. Die Bezeichnung Schedel-Stein hat nichts mit „Schädel“ zu tun, sondern bedeutet Grenzstein.
Die mittelalterlichen Schedelsteine sind unbearbeitete oder nur gering beschlagene Findlinge mit eingemeißelten Markierungen, vor allem Kreuzen. In vielen Gebieten Deutschlands lassen sich diese Steine heute noch finden und erzählen Ihre eigene Geschichte.
Sven Poslednik
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2 Kommentare zum Beitrag
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Sven Poslednik aus Harburg am 13.10.2011 um 20:13 Uhr  
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Sven Poslednik aus Harburg am 13.12.2011 um 11:19 Uhr  
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