Hilfe bei beginnender Demenz

Isabelle Nakhdjavani-Brauner leitet das in Hamburg einmalige Projekt „Frühe Demenz“ beim Harburger Roten Kreuz. Foto: DRK Harburg

DRK Harburg startet ab 6. Juli neues Projekt –
ehrenamtliche Helfer gesucht

Demenzerkrankungen nehmen immer mehr zu. Doch nicht nur Ältere sind betroffen. Allein in Hamburg leben etwa 4.000 Menschen mit Demenz, die zwischen 18 und 64 Jahre alt sind. Um diese Gruppe will sich das Harburger DRK mit dem Projekt „Frühe Demenz“ kümmern. Ein
wöchentlicher Tagestreff für Menschen mit beginnender Demenz startet am 6. Juli. Dafür werden jetzt Teilnehmer sowie ehrenamtliche Helfer gesucht.
Hintergrund: „Vor allem bei jüngeren Menschen werden Krankheitssymptome häufig nicht mit einer Demenz in Zusammenhang gebracht. Das führt dazu, dass oft erst nach Jahren die Diagnose gestellt wird“, erklärt Projektleiterin Isabelle Nakhdjavani-Brauner. Klar ist auch: Jüngere Erkrankte haben einen ganz anderen Pflege- und Betreuungsbedarf als Menschen, die im Alter an seniler Demenz leiden.
Für Betroffene und deren Angehörige ist Isabelle Nakhdjavani-Brauner nun eine Ansprechpartnerin, die sich mit dem Krankheitsbild gut auskennt und mit ihrer ruhigen Art Vertrauen aufbauen kann. Die 39-Jährige hat Erfahrungen als Neurologie-Krankenschwester und sich mit einem Pflege-Studium spezialisiert. Praxis-Einblicke brachte ihr dann die Leitung eines Pflegeheims. „Wir wollen die Angebote für Demenzkranke in Harburg, insbesondere für die Jüngeren unter ihnen, ganz praktisch verbessern“, beschreibt sie.
Wo sollen die Treffen stattfinden? Im Gebäude Hermann-Maul-Straße 5, immer mittwochs von 10 bis 16 Uhr. Start: 6. Juli. Außerdem wird ein Gesprächskreis sowie eine Schulungsreihe für Angehörige wie auch für Betroffene im Anfangsstadium gemeinsam mit der Angehörigenschule vorbereitet.
Werden noch ehrenamtliche Unterstützer gesucht? „Ja, wir freuen uns, wenn ehrenamtliche Helferinnen und Helfer uns unterstützen“, erklärt Nakhdjavani-Brauner.
Für und mit Demenzkranken zu arbeiten, kann einen Menschen herausfordern und bereichern, wie sie selbst weiß: „Demenzkranke sind Menschen, die aus der Masse fallen. Ihr Krankheitsbild ist oft noch ein Tabu. Deshalb ist es wichtig, offen miteinander umzugehen“, fasst Isabelle Nakhdjavani-Brauner zusammen.
Wo können sich Interessenten melden? Telefonisch unter 766 092-585 sowie per E-Mail an i.nakhdjavani-brauner@drk-harburg.hamburg


Demenz-Netz
Mit Prof. Dr. Rudolf Töpper, Ärztlicher Direktor des Asklepios Klinikums Harburg, hat Projektleiterin Isabelle Nakhdjavani-Brauner das „Professions-Demenz-Netz“ gegründet, dem sich Menschen und Organisationen aus dem ambulanten und stationären Bereich angeschlossen haben.
„Wir treffen uns monatlich, tauschen den Wissensstand aus. Aktuell erarbeiten wir eine Info-Broschüre, die in Arztpraxen ausliegen wird“, so Isabelle Nakhdjavani-Brauner. Als „Lokale Allianz“ ist das Netzwerk nun von der Bundesregierung anerkannt und wird finanziell gefördert.
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