Hier finden Mütter immer ein offenes Ohr

Johanna Kühl bietet in der Mütterzeit kostenlose Beratungen für Frauen in Krisensituationen an. Foto: sl

Projekt „Mütterzeit“ in den Räumen der biff Harburg

Von Sabine Langner.
Die junge Mutter ist in großer Not. Das ohnehin schon knappe Geld trägt ihr Mann regelmäßig in eine Kneipe. Kommt er dann betrunken nach Hause, beginnt die Schreierei, die nicht selten in Schlägen endet. Fälle wie dieser gehören für Johanna Kühl inzwischen zum Alltag. Die 31-Jährige leitet das Projekt „Mütterzeit“.
Zusammen mit zwei Honorarkräften bietet sie in den Räumen der biff Harburg, Neue Straße 59, Beratungen und Krisenbegleitungen an. Jeden Donnerstag von 10 bis 12 Uhr können Frauen ohne Anmeldung und völlig unbürokratisch in das Büro kommen und von ihren Problemen erzählen.
Die Mütterzeit-Mitarbeiterinnen hören zu und entwickeln gemeinsam mit der Ratsuchenden Ideen, wie man aus der Situation herauskommen kann. Finanziert wird das Projekt vom Harburger Bezirksamt, so dass das Angebot für die Hilfe suchenden Frauen kostenlos ist. Spenden sind allerdings immer willkommen.

Verschüttete Kräfte wecken

Ganz neu dazu gekommen ist jetzt die „RedeZeit“. Jeden Donnerstag von 12 bis 14 Uhr sind Mütter herzlich eingeladen, sich bei Tee oder Kaffee mit anderen Frauen auszutauschen. „Viele Frauen denken, sie sind mit ihren Problemen ganz allein auf der Welt“, sagt Johanna Kühl. „Häufig gibt es gleich mehrere Probleme auf einmal: Partnerprobleme, alleinerziehend, Arbeitslosigkeit, Armut und häusliche Gewalt. In der Runde erleben sie oft zum ersten Mal, dass es auch andere Frauen in ähnlichen Situationen gibt.“
Johanna Kühl, die nach einem Studium der Sonderpädagogik jetzt gerade noch in einer Ausbildung zur Kinder- und Jugendpsychotherapeutin steckt, will mit ihrem Angebot verschüttete Kräfte bei den Frauen wecken. „Ich erlebe oft, dass die Frauen wie erstarrt sind. Sie sind so gefangen in ihrem Kummer, dass sie sich gar nicht vorstellen können, da irgendwie wieder herauszukommen.“
Eine Therapie können und wollen die Mütterzeit-Mitarbeiterinnen nicht ersetzen. „Aber wir können helfen, den Alltag zu strukturieren und vor allem das Selbstbewusstsein stärken. Das hilft vielen schon enorm weiter“, so Johanna Kühl.
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