Harburgs Männer sind (noch?) nicht mutig

Einer der 127 mutigen Harburger: Marmstorfs Schützenkönig Jürgen Tscherny. Foto: pr

Initiative der Hamburger Krebsgesellschaft gegen Darmkrebs:
Bislang haben erst 127 Männer eine Darmspiegelung machen lassen

Von Horst Baumann/Olaf Zimmermann. HARBURG.
Sind Männer in Offenbach und Mönchengladbach mutiger als in Harburg? Es scheint so. Beide Städte haben sich an der Aktion der Krebsgesellschaft „1.000 mutige Männer gesucht“ beteiligt. In Offenbach fanden sich 1.188 Mutige, in Mönchengladbach immerhin 1.008. Im Bezirk Harburg machten seit Oktober gerade einmal
127 Männer mit - allerdings läuft die Aktion noch acht Wochen.
Worum geht’s? Bis zum 30. März sollen in Harburg „Mutige Männer“ bei einem niedergelassenen Internisten oder Chirurgen eine Darmspiegelung durchführen lassen. Die Aktion heißt zwar „1.000 mutige Männer“, doch tatsächlich kalkulierten die Initiatoren nur mit 450 mutigen Harburgern.
Auch diese Zahl scheint nur schwer erreichbar zu sein. „Bislang ist das weniger als erwartet“, bestätigt Kathrin Stannieder von der Hamburger Krebsgesellschaft. Warum? „Das können wir noch nicht genau sagen. Es liegt wahrscheinlich an mehreren Faktoren.“ So wird hier nicht eine ganze Stadt, sondern nur ein „Bezirk“ angesprochen. Außerdem sei Harburg ein Bezirk, der „auch andere Sorgen und Probleme als Vorsorgeuntersuchungen hat.“
Marmstorfs Schützenkönig Jürgen Tscherny (57) ist einer der 127 mutigen Harburger. „Mein Hausarzt hat mir das empfohlen“, erzählt der IT-Spezialist. „Meine Frau ist Krankenschwester und hat mich dabei unterstützt. Jetzt werde ich versuchen, im Schützenverein Überzeugungsarbeit zu leisten.“


Die Aktion hat einen ernsten Hintergrund: Darmkrebs ist mit knapp 73.000 Fällen im Jahr die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Eine frühzeitige Untersuchung kann eine rechtzeitige Therapie ermöglichen und somit Leben retten.
Warum werden nur Männer angesprochen? „Frauen sind in unser heutigen Gesellschaft einfach gesundheitsbewusster. Männer sind weniger aktiv, obwohl sie noch stärker betroffen sind“, sagt Dagmar Kürschner, Geschäftsführerin der Hamburger Krebsgesellschaft.
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