Harburgs Beachclub-GAU

Ein Foto aus vergangenen Zeiten: der Harburger Beach Club am Veritaskai. Foto: nocke

In diesem und vermutlich auch im nächsten Jahr wird
es im Binnenhafen keinen Beachclub geben – Wer hat Schuld?

Von Andreas Göhring.
Schlimmer geht’s wirklich nicht! Nach jahrelangem Hick-hack um Fristverlängerungen und Ausweichquartieren, nach einem erfolgreichen Bürgerbegehren, das einfach vom Tisch gefegt wurde und nach dem Versuch der Grünen, einen Gastronomen mit dem Verdacht auf Vetternwirtschaft in Misskredit zu bringen, folgt jetzt für Harburgs Freizeit-Szene der GAU (größte anzunehmende Unfall): Der Veritas Beachtclub wird in diesem und aller Wahrscheinlichkeit auch im nächsten Jahr nicht mehr eröffnet werden.
Wer hat das verbockt? Für das Harburger Baudezernat ist das geklärt. Beachtclub-Betreiber Heiko Hornbacher habe es versäumt, „einer Empfehlung des Bezirksamts aus dem Frühjahr 2015 zu folgen, den Zustand der Kaimauer am Treidelweg vorab untersuchen zu lassen“.
Diese Antwort auf eine Anfrage der Linken hat viele verwundert, weil sie die Geschichte anders in Erinnerung hatten. Das Bezirksamt hatte das Areal am Treidelweg als Ausweichquartier vorgeschlagen und sogar einen Fünf-Jahres-Vertrag mit Hornbacher geschlossen. Danach sollte der Uferbereich am Treidelweg endgültig saniert werden, der Betrieb eines Beachclubs aber neu ausgeschrieben werden.

Schadensersatzklage
angedroht

CDU-Fraktionschef Ralf Dieter Fischer, der nicht nur Schwager von Hornbacher ist, sondern auch dessen Anwalt, fährt inzwischen schweres Geschütz auf und droht mit einer Schadensersatzklage. Immerhin habe Hornbacher nach Vertragsabschluss den Beachclub für größere Feierlichkeiten vermietet, unter anderem für ein Fest der Asklepios Klinik Harburg.
Schwager, Anwalt, Fraktionschef – klingt das nicht nach Interessenkonflikt? Fischer: „Wenn es in der Bezirksversammlung um den Beachclub ging, habe ich mich immer für befangen erklärt und nicht an der Diskussion teilgenommen.“
Die Opposition will Klarheit und verlangt Akteneinsicht. Sie will wissen, ob da irgendwelche „Beziehungen“ eine Rolle gespielt und ob Baudezernent Jörg Penner korrekt gehandelt hat.
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
51
Petra Weinstein aus Harburg | 01.08.2016 | 17:10  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.