Harburg will den Rieckhof loswerden

Kümmert sich demnächst die Saga/GWG um das Rieckhof-Gebäude? Jörn Hansen würde es begrüßen. Foto: sl

Zuständigkeit für das Gebäude des Kulturzentrums soll an Saga/GWG übergeben werden

Harburg will den Rieckhof loswerden. Die Bewirtschaftung des Kulturzentrums soll an die Wohnungsgesellschaft Saga/GWG übergeben werden. „Langfristig ist das beabsichtigt“, bestätigt Bezirks-amtssprecherin Petra Schulz, „Ich gehe davon aus, dass die Verhandlungen in diesem Jahr aufgenommen werden.“ Kommentar von Rieckhof-Geschäftsführer Jörn Hansen: „Das finde ich auch dringend notwendig.“
Hintergrund: Bereits vor seiner Eröffnung 1984 war der Rieckhof sanierungsreif. Diverse Brandschutzvorschriften waren nicht eingehalten worden. Der Bauherr, der Bezirk Harburg, hatte sein eigenes Bauprojekt selbst geprüft und genehmigt.
Verantwortlich für das Rieckhof-Gebäude ist, nach Umorganisationen innerhalb der Verwaltung, inzwischen das Harburger Jugend-, Sozial- und Umweltdezernat. Und das ist auch Teil des Problems. „Mein Dezernat beschäftigt keine Baufachleute, die meisten sind Pädagogen“, hatte Dezernent Holger Stuhlmann einmal erklärt.
Weiteres Problem: der ungewöhnliche Mietvertrag zwischen Rieckhof und dem Bezirk (Vermieter). Hier muss der Mieter für Renovierungen aufkommen, für die üblicherweise der Vermieter zuständig ist. „Das ist unmöglich“, urteilt Harburgs CDU-Chef Ralf-Dieter Fischer. Seit zwei Jahren wird darüber gesprochen, dass die Verwaltung diesen Mietvertrag überarbeiten möge. Geschehen ist bislang nichts. Warum? Bezirksamtssprecherin Schulz hat eine überraschende Antwort: „Es gibt dazu aktuell gar keinen Auftrag.“ „Totaler Quatsch“, entgegnet Ralf-Dieter Fischer, „das wurde im Haushaltsausschuss besprochen.“
Dem Rieckhof teilte die Verwaltung jetzt schriftlich mit, dass der Bezirk keine Notwendigkeit für Verhandlungen über den Mietvertrag sieht - weil der Rieckhof an Saga/GWG übergeben werden soll. „Je eher das geschieht, desto besser“, meint Rieckhof-Geschäftsführer Jörn Hansen. Dann wären nicht mehr Pädagogen, sondern Bauexperten für das Gebäude verantwortlich. Hansen: „Auch über Instandhaltungskosten und Höhe der Miete sollte dann geredet werden.“

Verantwortlich für den Rieckhof ist seit 1981 der Verein Freizeitzentrum Hamburg-Harburg. Dessen Zuständigkeit ist nicht befristet, sie verlängert sich von Jahr zu Jahr mit der Bereitstellung der finanziellen Mittel durch die Bürgerschaft. Wird ein neuer Träger gesucht? „Nein, das war nie ein Thema“, sagt Bezirks-amtssprecherin Petra Schulz. Von Seiten der regierenden SPD gibts für das Kulturzentrum allerdings heftigen Gegenwind. Kommentar eines SPD-Bezirksabgeordneten: „Wer mit der CDU paktiert, bekommt von uns kein Geld mehr.“ OZ
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2 Kommentare
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Manfred Hagel aus Harburg | 04.05.2012 | 19:39  
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Mirko Haas aus Harburg | 20.09.2012 | 11:57  
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