Hans-Fitze-Haus wird Trinkertreff

Einfach nur in Ruhe ein Bier trinken - für die Mitglieder des PFG-Vereins ist damit spätestens im März 2014 in der Knoopstraße Schluss. Vereinsvorsitzender Ralf Rothe (vorn) sieht es mit gemischten Gefühlen. (Foto: Sabine Langner)

Suche nach geeignetem Träger läuft – kein Asbest im Haus

von Sabine Langner, Harburg
Die Würfel sind gefallen: Anfang des kommenden Jahres wird aus dem Hans-Fitze-Haus in der Hans-Fitze-Straße der offizielle Trinkertreff von Harburg. Erst im Frühjahr wurden Gerüchte laut, das Haus sei asbestverseucht. Nun hat der Verwalter, die Sprinkenhof AG, Untersuchungen veranlasst und befriedigt festgestellt, dass alles in Ordnung ist. „Es gibt kein Asbest im Haus“, sagt Sprinkenhof-Chef Henning Tants.
Momentan läuft die Suche nach einem geeigneten Träger für das Projekt, bestätigt Beatrice Göhring, Sprecherin des Harburger Bezirksamtes. „Finanziert wird das Projekt mit Geldern aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Wir gehen davon aus, dass die Findungsphase im Spätsommer abgeschlossen ist und der Treffpunkt Anfang 2014 öffnen wird.“ Wer das Haus allerdings nutzen wird, steht in den Sternen.
Zielgruppe sind die verschiedenen Alkoholiker-Szenen in Harburg. Eine Gruppe trifft sich am Sand, eine andere trinkt auf dem Rathausplatz. Die meisten, zwischen 40 und 50 Menschen, sitzen im Container des Vereins „Projekt für Freizeitgestaltung“ (PFG) an der Knoopstraße. Doch das Grundstück, auf dem der Container seit 17 Jahren steht, würde die städtische Wohnungsgesellschaft SAGA gern bebauen, daher muss der Verein bis spätes-tens März nächsten Jahres raus.
Das Hans-Fitze-Haus wäre eine ideale Alternative. Sozialarbeiter würden hier arbeiten und den Menschen mit Alkohol-Problem Hilfen anbieten, wenn sie diese wünschen.
Und genau da liegt das Problem: Zumindest die Menschen, die im PFG-Container ihre Tage verbringen, wollen gar keine Hilfe. PFG-Vorsitzender Ralf Rothe sagt: „Wir würden da gern einziehen. Aber nur wenn die Sozialarbeiter uns in Ruhe lassen. Unsere Leute wollen einfach in Ruhe ein Bier trinken und nicht mit irgendwelchen Streetworkern diskutieren.“
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Torben Meier aus Harburg | 14.07.2013 | 13:52  
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