Hamburgs gefährlichste Tempo-30-Zone

Soll das so weitergehen? Lkw donnern durchs Wohngebiet. Foto: mag

Bürgeranhörung zur Vogteistraße/Jägerstraße: Mittwoch, 18. Januar, 19 Uhr, „Rönneburger Park“

Von Marion Göhring.
Für die Anwohner gibt es keinen Zweifel: Der Straßenzug Jägerstraße/Vogteistraße ist die gefährlichste Tempo-30-Zone in ganz Hamburg. Das ist schon seit Mitte der 90er-Jahre so, als die Vorfahrtsschilder abgebaut und durch Tempo-30-Schilder ersetzt wurden.
Seit Herbst 2010 hat sich die Lage zugespitzt. Kaum war der Neubau der Eisenbahnbrücke zwischen Rönneburg und Meckelfeld fertig, nahm der Verkehr weiter zu. Vor allem drängten sich immer mehr Lkw durch die Wohngebiete. Da sich Hamburg entschlossen hat, am bundesweiten Modellversuch zur Zulassung von besonders langen und schweren Lastzügen, auch als „Megaliner“ oder „Gigaliner“ bekannt, teilzunehmen, warten alle nur auf den Ernstfall: Ein Fahrer eines mehr als 25 Meter langen Giganten will einen Stau auf der Autobahn umgehen, vertraut auf sein Navigationsgerät und bleibt irgendwo in der Vogteistraße hängen.
Das ist eines der Szenarien, die am Mittwoch, 18. Januar, 19 Uhr, im Restaurant „Rönneburger Park“ bei einer Bürgeranhörung zur Sprache kommen sollen. Die Harburger CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Birgit Stöver hat dazu unter anderem Bezirkspolitiker und Vertreter von Polizei und Verwaltung eingeladen.
Auch ohne fehlgeleitete Gigaliner ist die Situation in dem Straßenzug haarsträubend. „Auf der neuen Brücke gibt es keine Gewichtsbeschränkung mehr“, sagt Isabel Wiest, Sprecherin der Anwohnerinitiative. „Deshalb bietet sie sich für Lastwagen aus dem Beeich Seevetal in Richtung Wilhelmsburger Reichsstraße geradezu an. A1 und Winsener Straße lassen sich hervorragend umgehen.“
Ein weiterer Vorteil: Hier wird für die Lkw keine Maut erhoben. Warum auch? In den Unterlagen der Verkehrsplaner gelten Jägerstraße und Vogteistraße weder als Hauptverkehrsstraße noch als Ausweich- oder als Entlastungsstraße. Vielmehr handelt es sich um eine verkehrsberuhigte Tempo-30-Zone.
Offenbar nimmt die Polizei die Sorgen der Anwohner auch nicht richtig ernst. Isabel Wiest: „Wir fragen uns, warum die Geschwindigkeitskontrollen meistens ab 10 Uhr morgens oder erst mittags aufgebaut werden.“ Der Hauptberufsverkehr rase aber zwischen 6 und 8.30 Uhr durch das Wohngebiet.
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