Hakverdi in den Bundestag?

Wer wird der SPD-Bundestagskandidat für den Wahlkreis Harburg/Bergedorf: Metin Hakverdi (l.), Frank Richter oder doch jemand ganz anderes? Foto: bb/Wikipedia/SPD

Kirchdorfer SPD-Bürgerschaftsabgeordneter möchte
Nachfolger von Hans-Ulrich Klose werden

Von Bernhard Bruno.
Wer kommt nach Hans-Ulrich Klose? In 19 Monaten stehen die nächsten Bundestagswahlen an. Im Wahlkreis Harburg/Bergedorf sind die Sozialdemokraten seit Jahren auf der Suche nach einem geeigneten Klose-Nachfolger. Noch ist Zeit genug, und doch scharrt ein SPDler schon heftig mit den Hufen. Der Wilhelmsburger Metin Hakverdi möchte gerne in den Bundestag. Das hat er jetzt öffentlich erklärt und damit offenbar den verabredeten Zeitplan der Hamburger SPD durcheinander gebracht.
Das hat jedenfalls der Harburger SPD-Kreisvorsitzende Frank Richter so erklärt: „Es ist sinnvoll, über Kandidatenfragen erst in der zweiten Jahreshälfte zu diskutieren.“ Die offizielle Nominierung des Kandidaten würde dann bei den Organisationswahlen im Frühjahr 2013 zelebriert.
Aus Hakverdis Sicht könnte das Vorpreschen durchaus Sinn machen: Immerhin geht es um einen sozialdemokratischen Erbhof. Der Wahlkreis Harburg ist seit Gründung des Bundestags im Jahr 1949 in Händen der SPD. Das änderte sich auch nicht, als Harburg und Bergedorf zu einem gemeinsamen Wahlkreis zusammengelegt wurden. CDU-Kreischef Fischer hat sich an diesen Machtverhältnissen die Zähne ausgebissen, später auch der damals noch aufstrebende Wolfgang Müller-Kallweit.
Sicher kann sich Hakverdi, 1969 geborener Sohn einer Mecklenburgerin und eines Türken, der Kandidatur noch lange nicht sein. Frühstarts bestraft die SPD gnadenlos. Das hat der Marmstorfer Rafael Pilsczek zu spüren bekommen, als er sich um die Nachfolge des langjährigen Bundestagsabgeordneten Hans-Ulrich Klose bewarb. Heute ist Pilsczek zumindest politisch weg vom Fenster.
Bisher überhaupt nicht zu einer eigenen Kandidatur geäußert hat sich Frank Richter. Obwohl er nicht nur Harburger Kreisvorsitzender sondern zugleich auch stellvertretender Landesvorsitzender der SPD ist, äußert er sich kaum öffentlich – im Gegensatz zu Hakverdi, der keine Gelegenheit auslässt, sein Profil zu schärfen.
So wurde er kürzlich zum „Facebook-König“ aller Hamburger Bürgerschaftsabgeordneten gekürt. In dem sozialen Netzwerk hat Hakverdi zurzeit 3928 „Freunde“, Richter übrigens nur 274.

Was halten Sie davon, dass Metin Hakverdi antreten möchte? „Dazu sage ich gar nichts“, erklärt der Harburger Bürgerschaftsabgeordnete Sören Schumacher, „mal sehen, wer noch alles aus dem Busch springt.“
Der Bergedorfer SPD-Kreisvorsitzende Ties Rabe orakelt: „Ich kenne drei Kandidaten und hoffe, dass der bessere gewinnt.“ oz
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.