Hafenkiosk gerettet

Der alte Hafenkiosk an der Blohmstraße, Ecke Kanalplatz, bleibt bestehen. Allerdings kann hier niemand mehr belegte Brötchen, Kaffee, seine Zeitung oder eine Pferdewurst kaufen. Foto: oz

Neue Eigentümer schließen mit der Sprinkenhof GmbH einen
unbefristeten Mietvertrag ab

Ein Stück Harburger Binnenhafen bleibt erhalten. Der Kiosk an der Ecke Kanalplatz/Blohmstraße wird nicht abgerissen. Fünf Harburger haben den vermutlich ältesten Kiosk Hamburgs vom langjährigen Pächter Peter Kottke übernommen und einen unbe-fristeten Mietvertrag mit der Sprinkenhof GmbH geschlossen. Aus dem Hafenkiosk soll jetzt ein Kulturkiosk werden. Brötchen, Kaffee oder Pferdewurst werden dann aber nicht mehr über den Verkaufstresen gereicht.
Die „Trinkhalle 1876“ hat seit eh und je Hafenarbeiter mit allem Notwendigen versorgt. Doch auch wenn viele Hafenbetriebe längst verschwunden sind: Für viele Harburger ist der Kiosk zu einem kleinen und treuen Begleiter ihrer Lebensgeschichte geworden.
„Er gehört genauso zum Binnenhafen und zu Harburg wie das Schloss und die alte Süderelbbrücke“, findet nicht nur Peter Schulze (Grüne). Rainer Bliefernicht (CDU) stellt klar: „Der Kiosk ist ein Stück Harburger Kulturgeschichte.“
Als eine neue Heimat für den Beach-Club gesucht wurde, geriet das städtische Gelände hinter dem Kiosk schnell ins Blickfeld. Ein Abriss des Kiosk schien unausweichlich. Mittlerweile soll Heiko Hornbacher seinen Beach-Club an den Treidelweg verlagern; der alte Hafenkiosk muss nicht weichen.
Wie viele Jahre die „Bude“ aber noch an Ort und Stelle stehen wird, hängt davon ab, was für Pläne die Stadt mit dem Grundstück hat. Ihr unbefristeter Mietvertrag hat eine vierteljährliche Kündigungsfrist. Die neuen Eigentümer schließen eine Umsetzung des Kiosks innerhalb des Binnenhafens nicht aus.


Interview mit Birgit Caumanns, eine der
neuen Kiosk-Eigentümerinnen

olaf Zimmermann, harburg

Birgit Caumanns hat zusammen mit vier weiteren Harburgern den alten Hafenkiosk übernommen. Der Kiosk bleibt - und doch wird sich vieles ändern. Im Wochenblatt-Interview beantwortet Birgit Caumanns die wichtigsten Fragen.
Was ist ein Kulturkiosk?
Damit ist die kulturelle Nutzung als Folgenutzung der bisherigen (traditionellen) Kiosk-Nutzung gemeint. Kultur verstehen wir im weitesten Sinne; sie schließt bei verschiedenen Anlässen sicher auch ein kulinarisches Angebot nicht aus.
Wir haben die „Trinkhalle seit 1876“ gerade erst übernommen. Bis dahin war der Ausgang unserer Bemühungen noch sehr ungewiss, im Vordergrund stand der bauliche Erhalt der „Bude“, notfalls auch an einem anderen Standort. Deshalb stehen wir mit dem Nutzungskonzept noch ganz am Anfang. Die Ideensammlung reicht bisher von Kunstausstellungen im Miniaturformat über eine Info-Bude zum kulturellen Geschehen im Harburger Binnenhafen
bis zu Installationen (Licht/Akustik). Auch die Geschichtswerkstatt ist interessiert.

Gibt's im Kulturkiosk Bier und Zigaretten? Ist der Kulturkiosk auch ein „normaler"
Kiosk?
Nein.

Wann hat der Kulturkiosk geöffnet?
Zunächst zu den großen Events im Harburger Binnenhafen wie etwa Disco-Move, Hafenfest, Tag des offenen Denkmals. Aber es bahnen sich gerade weitere Kooperationen an.

Kann man mit dem Kulturkiosk Geld verdienen?
Davon gehen wir nicht aus. Wir verfolgen mit unserem Vorstoß ideelle und keine wirtschaftlichen Ziele. Den Kiosk konnten wir unter dieser Voraussetzung - keine gewerbliche Nutzung - zu einem symbolischen Preis übernehmen, die Pacht ist überschaubar. Der Kiosk gehört zu den Kostbarkeiten des Harburger Binnenhafens, die gerade in der Begleitgruppe Harburger Binnenhafen vorgestellt worden sind. Und von denen möchten wir möglichst viele erhalten.
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
51
Petra Weinstein aus Harburg | 30.04.2015 | 19:08  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.