Guck mal, wer hier wohnt

Jens Kammler wohnt seit knapp 18 Jahren im SeeveViertel. Er wurde 1967 in Schüttorf bei Bad Bentheim geboren, arbeitet als Informatiker bei der dpa und ist zudem Konzernbetriebsratsvorsitzender. Foto: am
 
SeeveViertel, Ende 1982: Die Baustelle Suba-Center. Foto: Jörn Hansen

Menschen aus dem SeeveViertel:
Den Anfang in der neuen Wochenblatt-Serie macht Jens Kammler

Von Almut Möhle.
Im Jahr 1996 wurde Jens Kammler nach Abschluss seines Informatikstudiums in Hamburg ein Arbeitsplatz als Informatiker angeboten. Da brauchte er natürlich eine Wohnung. Fündig wurde er in der Moorstraße. „Eigentlich war das zunächst als Übergang geplant“, sagt er. Doch dann gefiel es ihm im SeeveViertel, wo er bis heute wohnt.
Ein wichtiger Aspekt ist für ihn unter anderem die günstige HVV-Anbindung. So konnte er dann auch seinen PKW bald verkaufen, was angesichts der schwierigen Parkplatzsituation mehrfach Sinn ergab. „Ich wohne zentral und komme mit den Öffentlichen überall hin“, sagt er. „Es gab aber immer mal Phasen, in denen ich dachte, dass ich hier nicht mehr wohnen kann.“
Die Hauptgründe dafür waren der Schmutz in der unmittelbaren Umgebung und die damit einhergehenden unangenehmen Gerüche. Zum Glück habe sich das aber gebessert. Ein Schandfleck stellt seiner Ansicht nach allerdings immer noch die Rückseite des ehemaligen Hotels Schweizer Hof dar, die nach wie vor einer Dauerbaustelle gleicht.
Als er ins SeeveViertel zog, war das Kulturzentrum Rieck-hof eine der ersten Anlaufstellen in seiner Freizeit. Er gehörte einer Viererrunde an, die das chinesische Spiel Mahyong begeisterte. Hieraus entwickelte sich ein Treff für Fans der Brett- und Kartenspiele, der bis heute einmal im Monat stattfindet. Das war sozusagen die Keimzelle für das ‚Hamburger Fest der Spiele’, das von Kammler mitgegründet und organisiert wurde.
Was er vom leer stehenden Harburg Center hält? „Das ist natürlich kaum zu begreifen. Der Zustand des Gebäudes wird ja dadurch nicht besser.“ Der Gloria-Tunnel wurde zwar saniert, gestrichen und mit bunten Lichtquellen versehen, aber so richtig einladend empfindet er diesen Zugang zum SeeveViertel noch immer nicht.
In seiner Freizeit hört Kammler gern klassische Musik. Er ist auch ein großer Filme-Fan. Ein Lieblingsgenre hat er nicht. „Da bin ich nicht festgelegt. Die Hollywood-Mainstream-Filme gefallen mir meistens nicht so.“ Einmal im Jahr fährt er zum Internationalen Filmfest Emden. Dafür nimmt er sich Urlaub. „Auf dem Filmfest traf ich zufällig auch einen Filmbegeisterten aus Harburg, den ich aus dem SeeveViertel vom Sehen kannte.“

SeeveViertel
Kennen Sie das „SeeveViertel“? So heißt seit 1984 der Bereich zwischen Buxtehuder Straße, Moorstraße und Harburger Ring. In der Öffentlichkeit hat sich diese Bezeichnung nicht durchgesetzt. Rieckhof-Geschäftsführer Jörn Hansen möchte mithelfen, dass aus dem SeeveViertel ein lebendiges Quartier wird. „Das Viertel ist längst nicht so schlecht, wie es gemacht wird“, urteilt Hansen und schwärmt von den vielen kleinen Läden und den netten Menschen. Wer sich selbst davon überzeugen möchte: Am 13. Mai bietet Jörn Hansen einen kostenlosen zweistündigen Rundgang durch das SeeveViertel an. Los geht’s um 10 Uhr.
Auch ein „Fünf-Kneipen-Festival“ ist in Vorbereitung. Mit handgemachter Musik und freiem Eintritt. Termin: Sonnabend, 14. Juni. Mit dabei sind das Central, MyToro, BlaBla, die Stumpfe Ecke und die Rieckhof-Kneipe. OZ
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