Grünes Licht für Neuländer Quarree

Hier wird noch geplant - das zeigt der Blick auf die aktuelle Webseite www.neulaender-quarree.de Foto: pr

SPD und FDP ebnen dem Millionen-Projekt den Weg –
Lärmschutz und „Brenntag-Problem“ weiter ungeklärt

Das Neuländer Quarree hat die erste (kleine) Hürde genommen. Die Harburger SPD hat jetzt die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs „Harburg 62“ auf den Weg gebracht. Noch vor vier Wochen hatte sich die SPD dazu nicht durchringen können. CDU, Grüne und Linke lehnen das Vorhaben ab. Ob das 200 Millionen Euro-Projekt tatsächlich einmal umgesetzt wird, steht in den Sternen. Noch sind viele Fragen offen. Der bei der Vorstellung verkündete Zeitplan (Baubeginn 2013, Fertigstellung 2015) wurde längst von der Wirklichkeit eingeholt.
Was genau ist geplant? Das „Neuländer Quarree“ soll zwischen dem östlichen Bahnhofskanal und der Hannoverschen Straße direkt am Wasser entstehen. Auf einer Grundstücksfläche von 45.000 Quadratmetern ist ein „Null-Emission-Quartier“ mit 115.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche vorgesehen: ein Boardinghouse mit rund 100 Apartments, Gastronomie und Büros, ein Parkhaus mit über 800 Stellplätzen, ein Technologie-Zentrum, 100 Mietwohnungen sowie Wohnen für „Jung & Alt“ mit Studenten- und Seniorenwohnungen, einer Kindertagesstätte sowie einer Ladenzeile im Erdgeschoss. Der Investor, die P&S-Gruppe, möchte erst die Wohnungen errichten und dann mit dem Erlös weiterbauen.
Wo hakt es? Das Plangebiet gehört wegen der Eisenbahntrasse und der vom Lkw-Verkehr gebeutelten Hannoverschen Straße zu den lautesten Ecken Harburgs. Wohnen ist hier kaum möglich. Noch darf der Bahnlärm einfach „heruntergerechnet“ werden, doch 2015 läuft diese Sonderregel aus.
Weiterer Punkt: Wegen der Nähe zum Chemie-Unternehmen Brenntag, auf dessen Gelände mit Chlorgas hantiert wird, ist auf der vorgesehenen Fläche Wohnen aus gutem Grund nicht erlaubt.
Da Brenntag eine Verlagerung des Betriebs ausschließt, erfordert eine Lösung dieses Problems sehr viel Phantasie.
Harburgs CDU-Chef Ralf-Dieter Fischer meint: „Das Projekt ist nicht verantwortbar, die Finanzierung merkwürdig.“ Unterstützung für das Neuländer Quarree kommt von der FDP. „Das Projekt muss zügig weiterverfolgt werden, nur dann hat der dortige Standort eine realistische Entwicklungschance“, urteilt der Harburger Bürgerschaftsabgeordnete Kurt Duwe.
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