Grünes Licht für neue Autobahn

Wird die A 26-Ost gebaut, könnte die Brücke über die Süderelbe so aussehen. Foto: deges

Hafenquerspange: Verbindung zwischen A7 und A1 ­ –
Entlastung für B73 und Binnenhafen – Belastung für Moorburg, Bostelbek und Wilhelmsburg

Hamburg soll eine weitere Autobahn bekommen: die A26-Ost, besser bekannt als „Hafenquerspange“. Die gut neun Kilometer lange Strecke soll eine Verbindung zwischen A1 (Höhe Hohe Schaar) und A7 (Moorburg) schaffen. Im Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans ist das 900-Millionen-Euro-Projekt in den „vordringlichen Bedarf“ aufgenommen. Damit wurde eine Grundsatzentscheidung für den Bau getroffen. Jetzt können die Genehmigungsverfahren auf den langen juristischen Weg gebracht werden.
Wofür wird die A26-Ost gebraucht? Der Verkehr in den Hafen soll über die neue Autobahn laufen. Die Planer erhoffen sich dadurch spürbare Entlastungen ­– für Köhlbrandbrücke, für die Hamburger Innenstadt sowie für die B73 im Hamburger Süden. Auch der Verkehr durch den Harburger Binnenhafen würde reduziert.
Wie sieht der genaue Trassenverlauf aus? Die ausgewählte Trassenvariante, die so genannte Südtrasse, der Hafenquerspange führt in Bostelbek und Moorburg haarscharf an Wohngebieten vorbei. Besonders in Moorburg wird die A26-Ost deutlich zu spüren sein – sie führt im großen Bogen um das alte Elbdorf herum, steigt dann auf mehr als 50 Meter hoch und schwingt sich neben der Kattwyk-Brücke über die Süderelbe.
In Wilhelmsburg soll die Trasse parallel zur vorhandenen Straße Kornweide im Tunnel und weiter in einem Trog führen. Wohn- und Naherholungsgebiete wären betroffen. Kein Wunder, dass die Trasse auf der Elbinsel vielerorts auf Ablehnung stößt.
Auch der Nabu Hamburg übt heftig Kritik. „Die Süd-Variante der Hafenquerspange birgt gravierende Nachteile für die Natur“, kritisiert Alexander Porschke (Vorsitzender Nabu Hamburg). „Mit dem Bau der neuen Autobahn entstehen erhebliche negative Auswirkungen auf seltene Lebensräume und auf gefährdete Tiere und Pflanzen. Es kann nicht angehen, dass die Interessen des Naturhaushaltes und der Steuerzahler derart massiv den Hafeninteressen untergeordnet werden.“

Bundesverkehrs-
wegeplan

Der jetzt vorgestellte Bundesverkehrswegeplan enthält weitere Hamburger Projekte. Die Sanierung der A7 südlich des Elbtunnels (genannt „Hochstraße Elbmarsch“) wurde in die höchste Kategorie „Vordringlicher Bedarf/
Engpassbeseitigung“ eingestuft. Dieser 3,8 Kilometer lange Abschnitt ist eine der längsten Straßenbrücken Deutschlands. Die 40 Jahre alte Brückensubstanz kann erhalten werden. Der vorhandene Zwischenraum
zwischen den Fahrbahnen wird für eine Verbreiterung genutzt.
Der Ausbau der A1 auf Hamburger Gebiet gehört ebenso wie die A26-Ost in die zweite von fünf Kategorien.
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
37
Rainer Böhrnsen aus Moorburg | 24.03.2016 | 18:49  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.