Grünes Licht für das „Maritime Kulturzentrum“

So soll das Gebäude nach der Sanierung aussehen. Foto: Ostermann Architekten

Vertrag abgeschlossen - Werner Pfeifers Projekt in der alten Fischhalle
am Kanalplatz wird umgesetzt - Eröffnung schon im November?

Die Kuh ist vom Eis, der Vertrag unterzeichnet. In der alten Fischhalle am Kanalplatz kann ein „Maritimes Kulturzentrum“ entstehen. Musiker und NDR-Journalist Werner Pfeifer hat sich mit dem zuständigen Landesbetrieb für Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) geeinigt. Im Wochenblatt-Interview spricht Werner Pfeifer über seine Pläne.

Noch vor Wochen drohte das Vorhaben zu scheitern. Wie kam jetzt die Einigung zustande? Da sind viele Dinge zusammengekommen: Zum einen hat die Presse über die Probleme berichtet. Zum anderen hat sich der Bezirk mächtig ins Zeug gelegt. Der Baudezernent und der Bezirksamtsleiter, aber auch andere Mitglieder der Großen Koalition aus SPD und CDU haben sich bei der Finanzbehörde für das Projekt eingesetzt. Die Gespräche wurden wieder aufgenommen und ich habe dann noch die eine oder andere Vertragskröte geschluckt. Am Ende war es aber wirklich ein gemeinsamer Kraftakt. Alleine hätte ich das nicht geschafft.
Die Stadt hat über zehn Jahre lang ein Wiederkaufsrecht, sollte ich mein Konzept dort nicht verwirklichen können. Dahinter steckt die Angst, das ich mit dem Grundstück etwas Spekulatives anfangen würde. Da ich das nicht vorhabe, konnte ich diesem Vertragspunkt letztendlich zustimmen.

Gibt es bereits einen Betreiber für die Gastronomie? Welche Öffnungszeiten sind angedacht? Es gibt bereits eine Betreiberin, die einschlägige Gastronomieerfahrung hat, aber den Namen möchte ich noch nicht nennen. Gedacht ist an ein Bistro mit lecker Kuchen,
Snacks und vor allem guten Kaffee. Alles sehr klein. Es wird kein Restaurant, wir könnten Restaurants wie Nordlicht, Goldener Engel, Scharfs oder Momento Di ohnehin nicht toppen. Bei uns kann geklönt und - wie es so schön heißt - gechillt werden. Zwischen Tauwerk, Kunst und Museumsschiffen. Wir werden das ganze Ambiente aber auch modern gestalten. Die Öffnungszeiten stehen noch nicht fest. So ab nachmittags, abends und an den Wochenenden.

Wie werden die Geschichtswerkstatt und der Verein Museumshafen Harburg eingebunden? Die Geschichtswerkstatt und der Museumshafenverein sind -
neben der Gastro- die Hauptmieter. Die Geschichtswerkstatt bekommt zwei moderne Räume und kann die Halle viermal im Jahr für eigene Workshops oder Ausstellungen nutzen. Der Museumshafenverein erhält ein Hafenmeisterbüro, eine Müllsammelstelle, Duschräume für Hafengäste und Toiletten. Dafür zahlen die Vereine Miete.
Weiter besteht das Angebot an die benachbarte Kulturwerkstatt Harburg bei großen Musikveranstaltungen aus Platz- und Lärmschutzgründen die Halle unter ihrem Banner zu nutzen. Übrigens gibt es ein weiteres positives Alleinstellungsmerkmal: wir haben eine Toilette für Rollstuhlfahrer!

Wann starten die Umbauten der Fischhalle? Noch im März wird der Bauantrag eingereicht. Wenn der bewilligt ist, geht es los. Mit viel Glück würde ich gerne zum 1. November eröffnen. Dann allerdings nur das Gebäude. Die Außenanlagen kommen erst später dran, weil auch die Kaimauer noch saniert werden muss. Es wird also ein „soft opening" mit einer riesigen Party! Die Kosten bewegen sich im mittleren sechsstelligen Bereich.


Was ist geplant?
„Die Fischhalle soll ein maritimes Kulturzentrum werden, mit Veranstaltungen, Ausstellungen, Live-Musik, mit Open Air Kino am Wasser oder auch Flohmärkten. Möglichkeiten gibt es viele. Schön wäre es wenn es ein Treffpunkt für normale Bürger, Künstler, Musiker, Wohnschiffer, Segler und den neuen Nachbarn der Neubauten im Binnenhafen werden könnte. Auch die Bewohner vom Flüchtlingsschiff "Transit" zählen dazu“, erklärt Werner Pfeifer.
„Die Halle kann aber auch für private Feiern oder Partys gemietet werden. In einem zweiten Schritt würde ich gerne am Wasser eine Anlegestelle einrichten; für Hafenrundfahrten und den benachbarten Museumshafen . Dort könnte ich mir auch einen Boots- oder Stand Up Paddel Verleih vorstellen. Da werde ich aber bei den Genehmigungsbehörden noch dicke Bretter bohren müssen.“
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1 Kommentar
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Petra Weinstein aus Harburg | 27.04.2016 | 20:16  
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