Grüne haben keinen grünen Daumen

Wahlkampf-Pflanzaktion der Grünen im Frühjahr 2014 mit Wasser aus einer Colaflasche: Zoey Prigge, Kay Wolkau, Peter Schulze und Katharina Fegebank (v.l.). Foto: Grüne

Kein Wasser: Birnbaum in der Meyerstraße ging ein -
Verantwortlich für die Pflege waren ein Grüner und ein Ex-Grüner

Von Andreas Göhring.
Das Bezirksamt hat den Fall noch einmal sorgfältig geprüft. Das Ergebnis: Im Fall des verdörrten Birnbaumes in der Meyerstraße ist es unschuldig. Und es gibt auch keine Gärtnerei, die es nach dem Einpflanzen der Felsenbirne versäumt hat, den jungen Baum regelmäßig zu gießen. Für die verdörrte Birne, über die das Wochenblatt in seiner letzten Ausgabe berichtet hat, hatten vielmehr ein Mitglied des Landesvorstands der Grünen und ein ehemaliger Grüner aus Heimfeld die Verantwortung übernommen.

Fototermin mit
Katharina Fegebank


„Ja es stimmt, ich habe damals zu einer Pflanzaktion in der Meyerstraße eingeladen“, sagt Kay Wolkau, Fraktionschef der Neuen Liberalen. Im Frühjahr 2014, kurz vor der Wahl zur Bezirksversammlung Harburg, war er noch bei den Grünen und warb als Spitzenkandidat um Stimmen. Um seiner Bewerbung mehr Wucht zu geben, war die damalige Landesvorsitzende und heutige Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank extra zu einem Fototermin in die Meyerstraße gekommen. Und es gab auch eine Botschaft: „Hamburg vernachlässigt seine Straßenbäume. Mit Grün wird das anders!“
Tatsächlich kümmerte sich Wolkau, der in der Nachbarschaft wohnt, um den Baum: „Ich bin mehrfach mit meiner grünen Grießkanne hingegangen und habe die Felsenbirne gegossen.“ Aber das habe wenig geholfen, vielleicht sei es nicht die richtige Baumart gewesen. Er habe allerdings auch erwartet, dass sich sein grüner Mitstreiter Peter Schulze ebenfalls mal um den Baum kümmert. Spätestens als Wolkau die Harburger Grünen im Zorn verließ und als Neuer Liberaler auftrat, waren – zumindest formell – ja andere zuständig.

Niemand will den
Schwarzen Peter

Peter Schulze, der ebenfalls „um die Ecke wohnt“ und sich heute auf seine Rolle als Mitglied des Landesvorstands der Grünen konzentriert, will aber die Rolle des Schwarzen Peters nicht annehmen. „Ich habe auch bei dem Baum vorbeigeschaut und jede Menge Unkraut entfernt“, sagt Schulze.
Er habe schnell erkannt, dass das Unkraut dem Baum die Nährstoffe entzieht. Er habe allerdings auch erwartet, dass sich die Stadt um den Baum gekümmert. Schulze: „Und auch die Bürger hätten ihn gießen können.“
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1 Kommentar
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Petra Weinstein aus Harburg | 01.09.2015 | 21:37  
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