Gesunkener Kutter "Saparua" gehoben

Die „Saparua“ ist gerade wieder aufgetaucht und wird leergepumpt. Foto: mag

Aktion im Binnenhafen kostete gut 40.000 Euro - bleibt der Bezirk auf den Kosten sitzen?

Von Marion Göhring.
Kaum hat der Bezirk Harburg die Verantwortung für den Binnenhafen übernommen, gibt’s auch schon mächtig Ärger. Es reichte nicht, dass der Schrottdampfer „Gloria D.“ (früher „Wappen von Heiligenhafen“) den Blick auf die wachsende „Marina auf der Schlossinsel“ versperrte. Dann sank Ende November auch noch der kleine Kutter „Saparua“, dessen Crew auf dem Schrottdampfer Reinschiff machen sollte. Gleichzeitig tauchten die Eigner der beiden Schiffe ab.
Jetzt hat das Bezirksamt kurzen Prozess gemacht und die Firma „Taucher Knoth“ beauftragt, den Kutter zu heben. Das war gar nicht mal so einfach. Zum einen ist das Wasser im Binnenhafen nur zwei bis drei Grad warm, außerdem ist die Sicht unter Wasser nicht gerade optimal.
Für Berufstaucher Jonas Mikuteit reichte es: Bei einem Meter Sicht konnte er wenigstens seine Hände vor den Augen sehen und sich einigermaßen orientieren. Mikuteit: „Ich musste nur aufpassen, mich nicht zu heftig zu bewegen und bloß nichts aufzuwirbeln.“
Der Taucher legte zunächst Seile unter den 12,5 Meter langen und 4,5 Meter breiten Kutter, dann hob ein Kran ihn an. Langsam tauchte die „Saparua“ wieder auf, hing dann eine Weile in den Seilen und wurde leergepumpt. Schließlich wurde sie auf den Schwimmponton der Taucherfirma gehievt. Nun soll es erst einmal untersucht werden, warum der Kutter überhaupt untergegangen ist.
Die Umweltbehörde wird den Bereich nördlich der Schlossinsel noch einmal genau unter die Lupe nehmen und prüfen, ob das ausgetretene Öl aus Maschine und Getriebe größere Schäden angerichtet hat. Zunächst sah es danach allerdings nicht aus. Die Behörde hatte vorsorglich Ölsperren auf dem Wasser ausgelegt.
Damit ist der Ärger aber noch nicht vorbei. Jetzt muss das Bezirksamt die Kosten für die Bergung eintreiben. „Sie dürften bei 40.000 bis 50.000 Euro liegen“, sagt Bezirksamtssprecherin Petra Schulz. Von dem Eigner des Kutters ist offenbar nichts zu holen, er soll auch nicht versichert sein.
Bleibt die Frage: Was wird aus der Gloria D.? Die Kosten für eine Restaurierung dürften wesentlich höher als die Bergung des Kutters sein.
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