Gesucht: Winterkleidung und Decken

Jesidische Bürger aus Hamburg sammeln warme Kleidung, Decken und Matratzen für Flüchtlinge im Nordirak und in Syrien. Foto: pr

Luthergemeinde nimmt Spenden für jesidische
Flüchtlinge in Syrien und im Nordirak an

Von Sabine Langner.
Das Thema Flüchtlinge in Hamburg ist in aller Munde. Fast vergessen sind jedoch die jesidischen Flüchtlinge, die seit August im Nordirak und in Syrien ausharren. Bedroht von der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) und dem Bürgerkrieg blieb ihnen nur die Flucht in die Berge.
„Inzwischen ist der Winter ausgebrochen, und in den überfüllten Camps oder in heruntergekommenen Ruinen sind die ersten Menschen erfroren“, berichtet Hayat Ceda, eine Jesidin, die in Kaltenkirchen wohnt.
Um hier zu helfen, hat sie zusammen mit einigen Jugendlichen die Aktion „Help your next one“ ins Leben gerufen.
Zwei Wochen lang haben sie in Kaltenkirchen im alten Ratskeller Schuhe, Jacken, warme Pullover, Socken, Mützen, Schals, Handtücher, Schlaf-
säcke, Decken und Matratzen gesammelt. „Einige haben sogar Kinderwagen gespendet oder sind extra logefahren, um Pampers zu kaufen“, berichtet Hayat Cede überwältigt von der Welle der Hilfsbereitschft.
Eine zweite Sammlung soll in den nächsten Tagen in Harburg stattfinden. Die Eißendorfer Luthergemeinde am Kirchenhang hat sich bereit erklärt, die Spenden anzunehmen.
Damit diese Güter auch ankommen bei den Flüchtlingen, sind die hilfsbereiten Jesiden gerade dabei, den Transport zu organisieren. „Wir würden sehr gern ein bis zwei Lkw auf den Weg schicken“, sagt Hayat Cede. „Dafür haben wir Speditionen kontaktiert, die aus dem Irak oder aus Syrien in Richtung Europa fahren und dann leer zurückkehren würden.“ Vorteil dieser einheimischen Fahrer sei die Ortskenntnis. Je nachdem wie die Fahrer durchkommen, würden sie vor Ort entscheiden, ob die Spenden in Syrien oder im Irak landen.
Rund 4.000 Euro kostet so eine Fuhre mit einem Lkw. Geld, das die Helfer selber aufbringen wollen. „Aber wir stellen an der Sammelstelle auch eine Spendendose auf. Jeder Euro hilft“, hofft Hayar Cete.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.